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Freitag, Februar 3, 2023

Investitionsstau bei Kitas steigt auf 10,5 Milliarden Euro

Expertenmeinungen

Berlin, 21. Nov (Reuters) – Die deutschen Kommunen investieren einer Studie zufolge zu wenig in den Ausbau der Kinderbetreuung. Der von den Kämmereien gemeldete Investitionsrückstand bei Kitas summiert sich deutschlandweit auf 10,5 Milliarden Euro, wie die staatliche Förderbank KfW am Montag zu ihrer Erhebung mitteilte. Dahinter verstecken sich große Unterschiede zwischen den Kommunen. So bewerten zwölf Prozent den Investitionsrückstand bei Kitas als gravierend und weitere 36 Prozent als noch erheblich. 52 Prozent der Städte, Kreise und Gemeinden haben hingegen keinen oder nur einen geringen Rückstand. Nachdem die Investitionen für Kitas bis zum Jahr 2020 stetig gestiegen sind, seien sie seit zwei Jahren wieder rückläufig: 2022 dürften sie bei 3,2 Milliarden Euro liegen (2011: 3,4 Milliarden).

Erschwert wird der Kita-Ausbau durch stark gestiegene Baupreise. Hinzu kommen Planungsunsicherheiten infolge der aktuellen Krisen. So habe die Corona-Pandemie zu einer Veränderung der Prioritäten geführt. Auch der russische Krieg gegen die Ukraine-Krieg belaste zusätzlich, wenn beispielsweise vermehrt geflüchtete Kinder betreut werden müssen.

Mit Blick auf die Zukunft gehen die Erwartungen auseinander. Fast jede zweite Kommune (47 Prozent) rechnet zwar mit einem Rückgang des Investitionsrückstands für Kinderbetreuung. Knapp ein Viertel (23 Prozent) hingegen geht von einem weiteren Anstieg aus. Gründe für diese Differenzen sieht die KfW in unterschiedlichen Haushaltslagen von finanzstarken und -schwachen Kommunen sowie in divergierenden demografischen Entwicklungen zwischen wachsenden und schrumpfenden Regionen. Die Nachfrage nach Kita-Plätzen wird stark durch die Zahl der Geburten und Weg- oder Zuzüge junger Familien bestimmt.

„Die Kommunen stehen beim Kita-Ausbau vor der Herausforderung, trotz Krisenumfeld und unsicherer finanzieller Lage ein angemessenes Angebot an Daseinsvorsorge bereitzustellen“, sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Das erfordere stabile Investitionen und setze eine auskömmliche und verlässliche Ausstattung der Kommunen mit eigenen Finanzquellen wie Steuereinnahmen oder Zuweisungen im Finanzausgleich voraus. „Kredite oder Fördermittel können Finanzlücken nur teilweise auffangen“, sagte die Ökonomin.

Investitionsstau bei Kitas steigt auf 10,5 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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