Freitag, Juli 19, 2024
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INNO Festival BW setzt Impulse für mehr Vielfalt

Warum Diversität die Tech-Branche nach vorne bringt

Den deutschen Unternehmen fehlen fast 310.000 Mitarbeitende mit einer Ausbildung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik. Dieses Fachwissen ist relevant, um die Herausforderungen der Digitalisierung und Energiewende zu meistern. Unter dem Motto „Technology trifft Diversity“ bot das INNO Festival BW der Gründermotor Landesinitiative mehr als 200 Teilnehmenden aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, darunter viele Start-ups, eine Plattform, um intensiv über Zukunftsstrategien zu diskutieren. Auf der angegliederten Messe „Innovation Track“ stellten sich einige Universitäten, Hochschulen und Institutionen aus Baden-Württemberg vor, die Teil des Gründermotor-Netzwerks sind.

Der Gründerinnenanteil in Baden-Württemberg liegt laut der Studie „Deutscher Startup Monitor 2022“ der Unternehmensberatung PwC derzeit bei 23 Prozent und damit über dem Bundesdurchschnitt. Dennoch braucht es auch in Start-ups mehr Diversität, um die Innovationskraft zu steigern und den Fachkräftemangel auszugleichen. Denn: Auch für junge Unternehmen entwickelt sich das Thema Personal immer mehr zum Problem. Durch eine bessere Aktivierung von Frauen, dem Abbau von stereotypischen Denkweisen und mehr Toleranz gegenüber Talenten mit Migrationshintergrund könnte die Lücke gefüllt werden. „Wir veranstalten das INNO Festival BW unter dem Motto #allefädenzusammenbringen, laden aktiv zum Vernetzen ein. Austausch ist wichtig, um schon heute den Mittelstand von Morgen zu generieren“, sagte Adrian Thoma, Managing Director Gründermotor, bei der Begrüßung in den Goodspaces in Karlsruhe.

Diverse Teams zeichnen sich durch unterschiedliche Denkweisen, Erfahrungen und Hintergründe aus, durch die sie kreative Lösungsansätze entwickeln. Eine solche inklusive Umgebung begünstigt neue Ideen und macht Technologie nachhaltiger. „Vielfalt ist neben einer offenen Denkweise, einem interessanten Produkt und einer positiven Marke wichtig, wenn es darum geht, mit Technologie Brücken zu bauen“, zeigte sich Lucie Prinz bei ihrem Impulsvortrag überzeugt. Sie ist Personalchefin von Volocopter, Mutter von drei Kindern und benötigt ein diverses Team für ihr Produkt. Das Start-up steht kurz vor dem Markteintritt mit seinen elektrischen Flugtaxis und will sein 500-köpfiges Team um weitere 70 Ingenieur:innen und Projektmanager:innen erweitern.

Im anschließenden Gespräch diskutierte sie mit Jivka Ovtcharova, Leiterin der Fakultät für Maschinenbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), und Ceren Akbaba, Head of Key Account des CyberForum e.V., warum unsere Gesellschaft Vielfalt und Technologie zusammenbringen muss. „Durch die Digitalisierung werden MINT-Fächer nahbarer und attraktiver, neue Berufsfelder sind stereotypisch weniger vorbelastet. Nun gilt es, offener und toleranter zu werden, Hürden abzubauen und „Anderssein“ anzunehmen, sagte Jivka Ovtcharova, die 2003 zur ersten Professorin in der 150-jährigen Geschichte der Fakultät für Maschinenbau am KIT berufen wurde.
Ceren Akbaba, die in ihrer operativen Funktion einen umfangreichen Einblick in die Diversität im IT-Mittelstand erhält, betonte, dass vor allem die deutsche Sprache für viele Menschen eine große Hürde bildet. „Wir müssen Diversität ganzheitlich denken und die Sprachbarriere abbauen, um so gleiche Chancen für alle zu gewährleisten.“ Alle Panel-Teilnehmerinnen waren sich einig, dass sich unsere Welt verändert und wir uns anpassen müssen. Diversität hat viele Potenziale, die wir nutzen können und müssen. Vor allem aber, muss darüber gesprochen werden.

Abgerundet wurde das Festival-Programm durch den Female Start Aperitivo, eine bundesweite Pitch-Veranstaltung für frauengeführte Start-ups, mit dem Ziel dem Gender-Gap im Bereich der Investitionsfindung zu begegnen. Die Geschäftsmodelle hätten dabei nicht vielfältiger sein können: Digitalisierung analoger Wasserzähler, Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebserkrankungen, Entwicklung einer App, die Frauen zu beschwerdefreien Wechseljahren verhilft sowie Entwicklung einer Technologie, die herausfindet, wie sich der Gang auf den Körper auswirkt und dabei hilft, Fehlbelastungen und Schmerzen zu reduzieren.
Die Jury setzte sich zusammen aus Bettina Merlin (Professorin für Entrepreneurship und International Business bei HHN), Lena Rübelmann (Head of Female Entrepreneurship at Startup Mannheim), Cornelius Baral (Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg) und Jonas Jungbauer (Referent im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg). Jury und Publikum kürten Marie Reger und Janna Kraft von Femfeel als Siegerinnen des Pitch-Events, was den beiden den Einzug ins Finale am 06. Juli in Hamburg sicherte.

Gründermotor Landesinitiative
Die Gründermotor Landesinitiative ist eine Kooperation zwischen der Universität Stuttgart und der Gründermotor GmbH mit dem Ziel, Start-ups aus und in Baden-Württemberg zu fördern. Die Initiative ist Bestandteil der Landeskampagne Startup BW, initiiert vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, und bildet eine wichtige Schnittstelle zwischen den Investment-Partnern, Unternehmen und akademischen Partnern aus Hochschulen und Universitäten, die Teil ihres Netzwerks sind. Dazu zählen zwei Drittel aller baden-württembergischen Hochschulen und über 160 Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft. Zu den Aufgaben von Gründermotor gehört es, bestehende Gründungsinitiativen sichtbarer zu machen und Start-ups bei Programmen und Veranstaltungen ein eigenes Netzwerk zu ermöglichen.

Quelle Bild und Text: Sympra GmbH (GPRA

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