Hochwasser-Pflichtversicherung nur als letztes Mittel

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München, 24. Jun (Reuters) – Der oberste BaFin-Versicherungsaufseher Frank Grund sieht eine Pflichtversicherung für Hausbesitzer gegen Hochwasser und andere Naturgefahren skeptisch. Der Exekutivdirektor der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) plädierte dafür, die Versicherer zunächst selbst versuchen zu lassen, mehr Kunden zum Abschluss einer Elementarschaden-Versicherung zu bewegen. „Da ist noch sehr viel Luft“, sagte Grund am Donnerstagabend beim Club Wirtschaftspresse in München.

Bisher haben deutschlandweit nur knapp die Hälfte der Haus- und Grundstückseigentümer eine solche Police, die auch Überschwemmungen und Sturzfluten abdeckt. „Man sollte alles tun, um die Lücke zu füllen“, sagte Grund. Das sei einer gesetzlichen Lösung vorzuziehen. Denn es gebe Häuser, die sich aufgrund ihrer Lage und ihres Zustandes nicht versichern ließen.

Die Flutkatastrophe im Rheinland, vor allem an den Flüssen Ahr und Erft, hatte die Debatte um eine Pflichtversicherung für Elementarschäden angeheizt. Die Justizminister der 16 deutschen Bundesländer halten sie verfassungsrechtlich für machbar. Die Versicherungsbranche ist aber dagegen und setzt darauf, den Elementarschutz in die Gebäudeversicherung zu integrieren. Wer ihn nicht will, muss dann aktiv widersprechen. Die Nachfrage nach Hochwasser-Policen ist allerdings schon wieder abgeebbt. Der Versicherer Zurich sprach von einer „Flut-Demenz“. 

Die Debatte war aufgekommen, weil viele Häuser, die bei der Flutkatastrophe zu Schaden gekommen waren, nicht gegen Elementarschäden versichert waren. Allerdings hatte der Bund hier Hilfe zugesagt – mit Steuergeldern.

BaFin – Hochwasser-Pflichtversicherung nur als letztes Mittel

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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