Samstag, April 13, 2024
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Hinrichtung im Iran verschärft Spannungen mit dem Westen

London/Dubai, 14. Jan (Reuters) – Nach der Hinrichtung des britisch-iranischen Doppelstaatlers Aliresa Akbari hat Großbritannien Konsequenzen gezogen. Außenminister James Cleverly teilte am Samstag mit, Großbritannien ziehe seinen Botschafter aus Teheran zu Konsultationen vorübergehend ab. Zudem habe man den diplomatischen Vertreter des Iran einbestellt und Sanktionen gegen den Generalstaatsanwalt des Iran verhängt. Das iranische Außenministerium sprach der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA zufolge von einer Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes und bestellte seinerseits den britischen Botschafter ein.

Der britische Premierminister Rishi Sunak twitterte am Samstag, er sei entsetzt. „Dies war eine gefühlloser und feiger Akt, ausgeführt von einem barbarischen Regime, das die Menschenrechte seines eigenen Volkes nicht respektiert.“ Auch die USA, Deutschland und Frankreich verurteilten die Hinrichtung.

Akbari war nach einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Misan wegen Spionage hingerichtet worden. Er soll demnach für den britischen Geheimdienst gearbeitet haben. Nach dem Bericht hat sich Akbari für 1,8 Millionen Euro korrumpieren lassen und 50.000 Dollar (rund 46.000 Euro) für Geheimnisverrat kassiert. In einer von der BBC am Mittwoch gesendeten Aufnahme erklärte Akbari, er habe die von ihm nicht begangenen Verbrechen nach schwerer Folter gestanden. Er war ein Verbündeter des jetzigen Sekretärs im Nationalen Sicherheitsrat, Ali Chamchani. Chamchani war von 1997 bis 2005 Verteidigungsminister, sein Stellvertreter war damals Akbari.

In iranischen Medien wurde am Donnerstag verbreitet, Akbari habe eine Rolle bei dem Mord an dem Atomwissenschaftler Mohsen Fachrisadeh 2020 gespielt. Dabei wurde auch ein Video ausgestrahlt, in dem Akbari erklärt, in dem Mord nicht verwickelt gewesen zu sein. Allerdings habe ein britischer Spion ihn über Fachrisadeh befragt. Iran wird vom Westen verdächtigt, eine Atombombe entwickeln zu wollen. Die Regierung in Teheran weist dies zurück, lässt aber UN-Kontrollen seiner Atomanlagen nicht zu.

Unterdessen meldete die polnische Regierung, ihr Staatsbürger Maciej Walczak sei aus der Haft entlassen worden und in seine Heimat zurückgekehrt. Vergangenen Juli hatten Revolutionsgarden nach einem iranischen TV-Bericht mehrere Ausländer wegen Gesetzesüberschreitungen wie Bodenproben in verbotenen Gebieten festgenommen. Darunter befand sich Walczak. „Dieses Ziel (die Freilassung Walczaks) war eine der Prioritäten der diplomatischen und konsularischen Dienste Polens im vergangenen Jahr“, teilte das Außenministerium in Warschau am Samstag mit.

Hinrichtung im Iran verschärft Spannungen mit dem Westen

Quelle: Reuters

Symbolfoto: Bild von mostafa meraji auf Pixabay

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