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Donnerstag, Februar 2, 2023

Großhandelspreise mit schwächstem Anstieg seit mehr als einem Jahr

Expertenmeinungen

Berlin, 15. Dez (Reuters) – Die Hinweise für ein Abebben der starken Inflation in Deutschland mehren sich: Die Preise im Großhandel stiegen im November so langsam wie seit über einem Jahr nicht mehr, weil sich etwa Benzin nicht mehr so stark verteuerte. Sie erhöhten sich um 14,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Das ist der kleinste Anstieg seit September 2021. Im Oktober gab es noch ein Plus von 17,4 Prozent. Der bisherige Höhepunkt wurde im April mit 23,8 Prozent erreicht – die stärkste Zunahme seit Einführung der Statistik 1962. Gemessen am Vormonat Oktober fielen die Großhandelspreise mit 0,9 Prozent so stark wie seit rund zweieinhalb Jahren nicht mehr.

„Ein beachtlicher Rückgang“, kommentierte Ökonom Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) die Entwicklung. „Damit verdichten sich allmählich die Anzeichen dafür, dass der Hochpunkt der Preissteigerungsraten bereits hinter uns liegt.“ Der Großhandel gilt als Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden, höhere Kosten landen am Ende zumindest teilweise bei den Konsumenten.

Preistreiber blieben Rohstoffe und Vorprodukte. Mineralölerzeugnisse wie Benzin und Heizöl verteuerten sich allerdings nur noch um durchschnittlich 30,4 Prozent im Vergleich zum November 2021. Gemessen am Vormonat Oktober sanken die Preise für die Produkte sogar um 4,4 Prozent. Auch die Preise im Großhandel mit lebenden Tieren (-5,1 Prozent) sowie mit Altmaterial und Reststoffen (-4,1 Prozent) gaben im Vergleich zum Vormonat nach.

Die Verbraucherpreise sind im Oktober mit 10,4 Prozent so stark gestiegen wie seit 1951 nicht mehr, ehe die Inflationsrate im November auf 10,0 Prozent nachgaben. Für den laufenden Dezember erwartet die Commerzbank durch die staatliche Übernahme der Abschlagszahlungen für Erdgas einen Rückgang auf 7,0 Prozent. Im Januar dürfte die Teuerungsrate wieder nach oben springen. „Allerdings wird sie wohl nicht wieder zweistellig werden“, sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. „Denn ab Januar werden Strom- und Gaspreisbremsen in der Preisstatistik berücksichtigt werden.“ Geschätzt dürfte die Teuerungsrate dann auf etwa neun Prozent hochgehen.

Großhandelspreise mit schwächstem Anstieg seit mehr als einem Jahr

Quelle: Reuters

Titelbild: Bild von Valdas Miskinis auf Pixabay

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