Gericht spricht Ex-Premier Georgiens hohe Entschädigung von Credit Suisse zu

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Zürich, 29. Mrz (Reuters) – Die Credit Suisse steht nach einer Prozess-Niederlage auf den Bermudas vor hohen Entschädigungszahlungen. Ein Gericht entschied am Dienstag, dass dem ehemaligen georgischen Premierminister Bidzina Iwanischwili und seiner Familie von einer lokalen Lebensversicherungstochter der Schweizer Großbank Schadenersatz in Höhe von „deutlich über 500 Millionen Dollar“ zustehe. Iwanischwili habe wegen langjährigen Betrugs durch einen ehemaligen Kundenberater der Credit Suisse darauf Anspruch. Eine genaue Summe wurde zunächst nicht genannt.

Die Bank erklärte, die betroffene Tochter Credit Suisse Life Bermuda wolle gegen das Urteil Berufung einlegen. Die Bank hat in der Vorwoche vor einem für sie negativen Urteil in der Sache und einer Zahlung von möglicherweise mehr als 500 Millionen Dollar gewarnt. Zwar wurde in der Vergangenheit bereits für den Fall vorgesorgt, weitere Rückstellungen seien aber denkbar.

CS Life Bermuda habe keine oder nur unzureichende Maßnahmen ergriffen, um die betrügerische Misswirtschaft des Kundenberaters zu verhindern, weil sie den Einnahmen, die er für die Credit Suisse erzielte, Vorrang vor den Interessen ihrer Kunden einräumte, erklärte Richter Narinder Hargun vom Supreme Court of Bermuda in dem per Videokonferenz verkündeten Urteil. Die Höhe des Schadensersatzes müsse noch berechnet werden.

Der Berater wurde bereits 2018 von einem Genfer Gericht wegen Betrugs, Fälschung und kriminellen Missmanagements zu fünf Jahren Haft und zur Zahlung von Schadenersatz in Höhe von rund 130 Millionen Dollar verurteilt. Vor dem Gericht auf den Bermudas wurden zivilrechtliche Klagen verhandelt, die auf den Erkenntnissen aus dem Strafprozess gegen den ehemaligen Kundenberater basierten.

Das Urteil ist ein weiterer herber Schlag für die Credit Suisse, der im vergangenen Jahr vor allem der Zusammenbruch des Hedgefonds Archegos und eine überteuerte Übernahme einen Verlust von 1,6 Milliarden Franken eingebrockt hatte. In den vergangenen Jahren war die zweitgrößte Schweizer Bank in eine Reihe von Rechtsfällen verstrickt, für deren Beilegung sie Milliarden auf den Tisch legte.

Der Fall auf den Bermudas deckt nur einen Teil der Entschädigung ab, den Iwanischwili von der Credit Suisse fordert. Ein Sprecher von Iwanischwili sagte, dass sich die noch nicht zurückgezahlten Verluste auf Investitionen auf den Bermudas, in Singapur und der Schweiz auf mehr als 800 Millionen Dollar summierten.

Gericht spricht Ex-Premier Georgiens hohe Entschädigung von Credit Suisse zu

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Titelfoto: Symbolfoto

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