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Samstag, Dezember 10, 2022

Geflüchtete trüben Arbeitsmarktbilanz ein

Expertenmeinungen

Nürnberg, 30. Sep – Mit der üblichen Herbstbelebung ist die Arbeitslosenzahl in Deutschland wieder unter 2,5 Millionen gefallen. „Der Arbeitsmarkt ist trotz steigender Preise und der Sorge vor Energieknappheit insgesamt weiter stabil“, sagte die Chefin der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, am Freitag in Nürnberg. Getrübt wird die Septemberbilanz durch eine hohe Zahl von fast 200.000 arbeitslosen ukrainischen Geflüchteten. Das Gros der Geflüchteten sei nun aber bei den Jobcentern erfasst. „Und insoweit gehen wir davon aus, dass jetzt nicht mehr viel passiert in den nächsten Wochen“, sagte Nahles.

Allerdings sieht die Behörde erste Zeichen, dass der Arbeitsmarkt schwächeln könnte. Die Arbeitskräftenachfrage gebe auf sehr hohem Niveau leicht nach, und Betriebe vor allem im Verarbeitenden Gewerbe würden sich wieder stärker über Kurzarbeit informieren. „Das ist aber aus unserer Sicht alles noch sehr auf einem niedrigen Niveau und insoweit für mich kein alarmistischen Zeichen jetzt“, sagte die BA-Chefin. Gleichwohl rechneten die Arbeitsagenturen mit steigender Arbeitslosigkeit.

OHNE GEFLÜCHTETE WENIGER ARBEITSLOSE ALS IM VORJAHR

Die Behörde verzeichnete im September 2,486 Millionen Arbeitslose. Das waren 62.000 weniger als im August, aber 21.000 mehr als vor einem Jahr. Ein Rückgang ist im September nach Ende der Sommerferien und mit Beginn des neuen Ausbildungsjahrganges üblich. Die Arbeitslosenquote sank leicht auf 5,4 Prozent. Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen stieg die Erwerbslosenzahl im Monatsvergleich um 14.000. Dies hänge auch mit der Erfassung der arbeitslosen ukrainischen Geflüchteten zusammen. Rechnete man sie heraus, wäre die Arbeitslosenzahl laut Nahles um 175.000 geringer als vor einem Jahr.

Zugleich verzeichnet die BA einen Rekordwert bei der Beschäftigung. Im Juli waren demnach 34,33 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. „Seit der Wiedervereinigung waren in einem Juli noch nie so viele Menschen beschäftigt wie in diesem Monat“, unterstrich Nahles.

Auch im europäischen Vergleich steht Deutschland gut da. In der Euro-Zone verharrte die Arbeitslosenquote im August auf dem Vormonatswert von 6,6 Prozent. Besonders niedrig war sie in Malta mit 2,9 Prozent und in Deutschland, wo sie nach den Eurostat-Kriterien bei 3,0 Prozent lag.

Geflüchtete trüben Arbeitsmarktbilanz ein

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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