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Montag, November 28, 2022

Forscher – Energiepreise sollten nicht zu stark subventioniert werden

Expertenmeinungen

Berlin, 29. Sep – Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute empfehlen der Bundesregierung, die hohen Energiepreise nicht zu stark zu senken und stattdessen lieber gezielt ärmere Haushalte zu unterstützen. Maßnahmen müssten mehr bei den Ursachen der aktuellen Probleme ansetzen, heißt es im gemeinsamen Gutachten der Institute, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Beim Angebot müssten schnell zusätzliche LNG-Flüssiggaskapazitäten aufgebaut werden, außerdem Einsparungen von Verbrauchern forciert werden. „Hierbei stellt sich die stark verzögerte Weitergabe von gestiegenen Rohstoffkosten an die Endverbraucher in Deutschland als Problem heraus.“ Die Bundesregierung habe die außerplanmäßige Weitergabe höherer Einkaufspreise auf dem Weltmarkt nicht zugelassen. „Dadurch wird der Lenkungseffekt des Gaspreisanstiegs verwässert.“ Außerdem seien so die Gas-Importeure in Schieflage geraten und müssten gestützt werden. 

Stattdessen sollten einkommensschwächere Haushalte gestützt werden. Hier seien direkte Transferzahlungen angebracht. Die Bundesregierung habe bereits Maßnahmen beschlossen, die in diese Richtung gingen. Die Unterstützung von Unternehmen ist den Forschern zufolge dagegen ein schmaler Grat. „Befristete allgemeine Unternehmenshilfen und zielgenaue Stützungsmaßnahmen im Einzelfall können sinnvoll sein. Angesichts der permanenten Energieverteuerung ist aber darauf zu achten, dass es nicht zu einer dauerhaften Subvention nicht mehr rentabler Unternehmen kommt.“ 

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine Ende Februar hat sich Energie massiv verteuert. Außerdem bleiben russische Gaslieferungen nach Deutschland aus. „Auf absehbare Zeit kann ein Verzicht auf fossile Energieträger nicht annähernd durch erneuerbare Energien kompensiert werden.“ Das fehlende Angebot sei eine Gefahr für die Konjunktur. Sollte der Gasverbrauch nicht ausreichend sinken, käme es zu staatlichen Rationierungen. Unternehmen müssten dann ihre Produktion zusätzlich einschränken. Vieles werde von den Temperaturen abhängen – ein milder Winter würde es deutlich leichter machen. 

In diesem, aber auch im Winter 2023/24 ist eine Gasmangellage den Forschern zufolge nicht ausgeschlossen. „Eine Gasmangellage ließe sich durch den Weiterbetrieb der aktuell noch laufenden Atomkraftwerke und die volle Auslastung der geplanten LNG-Terminals vermeiden. Eine entscheidende Rolle spielt das Wetter.“

Forscher – Energiepreise sollten nicht zu stark subventioniert werden

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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