Vor der EZB-Ratssitzung am 10. März : EZB Auswirkungen eines dauerhaften Energieschocks stehen auf der Agenda

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Dr. Andreas Billmeier, European Economist bei Western Asset, Teil von Franklin Templeton, kommentiert die bevorstehende EZB-Sitzung:

„Wir gehen davon aus, dass der Markt bei der EZB-Sitzung am Donnerstag von der hawkishen Seite überrascht wird und sich die Spreads der Peripherieländer ausweiten werden, es sei denn, das Programm zum Ankauf von Vermögenswerten (APP) bleibt unbefristet und eine zusätzliche Backstop-Fazilität wird ausdrücklich diskutiert.

Da die durchschnittliche Gesamtinflation in diesem Jahr bei über 5 Prozent liegen dürfte und ein Spitzenwert von fast 7 Prozent prognostiziert wird, gehen wir davon aus, dass die EZB den Fokus auf die jüngsten makroökonomischen Basisprojektionen vor dem Hintergrund veralteter Daten, der zunehmenden Unsicherheit und der Besorgnis der EZB-Ratsmitglieder über die Genauigkeit der Prognosen aktiv zurücknehmen wird. Zu diesem Zweck könnte ein alternatives Szenario, das einen weiteren Schock bei den Energiepreisen oder sogar einen Schock bei der Energieversorgung beinhaltet, vorgelegt und möglicherweise erörtert werden.

Zudem gehen wir ebenfalls davon aus, dass die EZB Ende des Monats das Auslaufen des PEPP bestätigen wird, da der Pandemienotstand vorüber ist.

Sitzung
Foto von Dr. Andreas Billmeier (Quelle: Western Asset / Franklin Templeton)

Darüber hinaus dürfte die EZB ein Ende des APP noch in diesem Jahr signalisieren, ohne sich dabei zu sehr auf einen Zeitplan festzulegen, und damit eine eher restriktive Haltung in Bezug auf die Normalisierung der Geldpolitik signalisieren. Auch wenn sie dabei weniger konkret bleibt als noch im Dezember.

Die EZB wird unserer Einschätzung nach als erste Reaktion auf die Situation zwischen Russland und der Ukraine die Verantwortung an die Finanzpolitiker weitergeben, was im Anschluss an die EZB-Sitzung auf dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Versailles noch in dieser Woche geschehen könnte.

Aus geldpolitischer Sicht könnte die EZB den Markt auf eine neue Fazilität vorbereiten, um die Auswirkungen eines dauerhaften Energieschocks auf die Finanzstabilität zu begrenzen. Als Alternative könnte sie den Prozess der Reinvestition von Vermögenswerten flexibler gestalten. Bei beiden Strategien müssten jedoch die finanzpolitischen Entscheidungen, die in den Tagen nach der EZB-Sitzung getroffen werden, berücksichtigt werden.“

Vor der EZB-Ratssitzung am 10. März : EZB Auswirkungen eines dauerhaften Energieschocks stehen auf der Agenda

Titelfoto und Foto von Dr. Andreas Billmeier (Quelle: Western Asset / Franklin Templeton)

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