Explosionen erschüttern Mykolajiw in Südukraine

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Kiew/Konstjantyniwka, 02. Jul (Reuters) – Die südukrainische Stadt Mykolajiw ist am Samstag von schweren Explosionen erschüttert worden. Kurz vor den Detonationen ertönten Alarmsirenen in der Region. Bürgermeister Olexander Sjenkewytsch rief die Bewohner über den Messengerdienst Telegram dazu auf, in den Schutzräumen zu bleiben. Die Ursache der Detonationen war zunächst nicht klar.

Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, das russische Militär habe fünf Militärkommandoposten in der Region Mykolajiw und im Donbass mit Hochpräzisionswaffen zerstört. Auch drei Lagereinrichtungen in der südlichen Region Saporischschja seien getroffen worden, ebenso wie eine Waffen- und Ausrüstungsbasis in einer Traktorfabrik im nordöstlichen Charkiw. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Am Freitag waren in der Nähe der etwa 130 Kilometer entfernten Hafenstadt Odessa nach ukrainischen Angaben bei russischen Raketeneinschlägen mindestens 21 Menschen getötet worden. Unter anderem wurde den Angaben zufolge ein Wohngebäude getroffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte diese Angriffe in seiner nächtlichen Videoansprache als „absichtlichen und gezielten russischen Terror“. Es handle sich nicht um „eine Art Fehler oder einen zufälligen Raketenangriff“.

Erst wenige Tage zuvor wurden mindestens 19 Menschen getötet, als eine russische Rakete in einem Einkaufszentrum in der Stadt Krementschuk in der Zentralukraine einschlug. Die Behörden in Kiew sehen in den Vorfällen eine ganze Serie von bewussten Angriffen auf Zivilisten. Russland hat wiederholt erklärt, es würden nur militärische Ziele angegriffen. Seit Beginn des Kriegs am 24. Februar wurden Tausende Zivilisten getötet. Russland bezeichnet seinen Einmarsch in die Ukraine als einen militärischen Sondereinsatz, während im Westen von einem nicht provozierten Angriffskrieg gesprochen wird.

HEFTIGE KÄMPFE UM LYSSYTSCHANSK

Russland hatte zuletzt seine Angriffe vor allem im Osten der Ukraine erheblich verstärkt. Im Zentrum der Kämpfe steht die Stadt Lyssytschansk. Russische Soldaten versuchen, die letzte größte ukrainische Bastion in der Region Luhansk einzukesseln, nachdem sie kürzlich nach einer wochenlangen Schlacht die Nachbarstadt Sjewjerodonezk auf der anderen Flussseite eingenommen hatten.

„Privathäuser in angegriffenen Dörfern brennen eins nach dem anderen nieder“, teilte der Gouverneur von Luhansk, Serhij Hajdaj, auf Telegram mit. „Bei einer so hohen Beschussdichte haben wir nur Zeit, die Verletzten zu schützen.“ An mehreren Stellen brenne es gleichzeitig. „Wir haben kaum Zeit, Großbrände in Lyssytschansk zu beseitigen.“ 

In Lyssytschansk eingesetzte ukrainische Soldaten sprachen von einem systematischen Beschuss von Gebäuden der Stadt durch russische Artillerie. „Die russische Taktik besteht momentan darin, jedes Gebäude zu beschießen, in dem wir uns befinden könnten. Wenn sie es zerstört haben, gehen sie zum nächsten über“, sagt ein Soldat bei einer Rast mit mehreren Kameraden in der Stadt Konstjantyniwka westlich von Lyssytschansk.

Explosionen erschüttern Mykolajiw in Südukraine

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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