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Europäische Börsen setzen Erholung fort

Frankfurt, 27. Mai (Reuters) – In der Hoffnung auf eine nahende Pause bei den US-Zinserhöhungen steigen weitere Anleger in die europäischen Aktienmärkte ein. Dax und EuroStoxx50 stiegen am Freitag um jeweils mehr als ein halbes Prozent auf 14.322 beziehungsweise 3769 Punkte. 

Genährt wurden diese Spekulationen von den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der jüngsten Beratungen der US-Notenbank. Die Fed werde nach zwei weiteren Zinserhöhungen im Juni und Juli wohl anschließend entscheiden, wie es weitergehe, sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG. Da aber fraglich sei, dass die Teuerungsrate bis dahin deutlich zurückgehe, halte er die aktuelle Erholung für ein Strohfeuer. 

Auch der Ölpreis zog erneut an. Die Sorte BrentLCOc1 aus der Nordsee gewann 0,7 Prozent und war mit 118,17 Dollar je Barrel (159 Liter) so teuer wie zuletzt vor zwei Monaten. Dies hievte den Index für die europäische Öl- und Gasbranche.SXEP zeitweise auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch von 350,87 Punkten, bevor ihn Gewinnmitnahmen ins Minus drückten. „Zahlreiche Faktoren deuten auf einen Angebotsengpass hin“, sagte Stephen Innes, Geschäftsführer beim Vermögensverwalter SPI. Dieser werde sich bei einem EU-Embargo russischer Energie-Importe noch verstärken. „Vor Beginn der Sommerfahrsaison in den USA sind die Lagerbestände an raffinierten Rohöl-Produkten alarmierend niedrig.“ 

ZAHLEN VON ULTA BEAUTY HEBEN STIMMUNG IN KOSMETIK-BRANCHE

Am deutschen Aktienmarkt gehörte Beiersdorf mit einem Plus von zeitweise 1,1 Prozent zu den Gewinnern. Der „Nivea“-Anbieter profitierte von ermutigenden Zahlen von Ulta Beauty. Der Kosmetik-Händler habe mit einem Umsatz von 2,3 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 6,30 Dollar je Aktie die Erwartungen übertroffen, lobte Analyst Christopher Horvers von der Bank JPMorgan. Die angehobenen Ziele für 2022/2023 seien mit 9,35 bis 9,55 Milliarden Dollar beim Umsatz und 19,20 bis 20,10 Dollar je Aktie beim Gewinn konservativ. Vor diesem Hintergrund legten L’Oreal in Paris 2,5 Prozent zu. Ulta stiegen im vorbörslichen US-Geschäft um acht Prozent. 

Unter Verkaufsdruck gerieten dagegen Essenslieferanten wie HelloFresh, Deliveroo oder die „Lieferando“-Mutter Just Eat Takeaway. Deren Aktien rutschten um jeweils etwa 2,5 Prozent ab. Vor dem Hintergrund steigender Zinsen und der Abhängigkeit des Geschäfts von der Konsumlaune rieten die Experten von JPMorgan zur Zurückhaltung bei Investments in diese Firmen. Sie seien hoch verschuldet und machten bislang keine Gewinne. Just Eat und Deliveroo stuften sie auf „Neutral“ von „Overweight“ herunter.

Europäische Börsen setzen Erholung fort

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