Dienstag, Juli 23, 2024
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Schmerzfrei durch Cupping

Modernes Schröpfen hilft heilen

Wer vom Schröpfen hört, denkt wahrscheinlich an die alternative Behandlungsmethode mit den gläsernen Schröpfköpfen und geröteter bis gar blutiger Haut. Nicht so Gabriele Kiesling. Die Physiotherapie-Expertin und Buchautorin („Schmerzfrei durch Cupping“ Riva Verlag, München) erklärt, dass die Behandlung von Schmerzen, das Lösen von Verspannungen und das Beheben von Bewegungseinschränkungen auch ganz anders gehen kann. Die Lösung heißt Cupping

Intakte Faszien sind  wichtig gegen Schmerzen 

„Die Faszien in unserem Körper sind mit ihren über 250 Millionen Sensoren unser wichtigstes Sinnesorgan“, erklärt Kiesling. „Sie umhüllen uns äußerlich wie ein Taucheranzug und innerlich wie ein Verbindungsgewebe. Mit einem Drittel unseres Körpergewichtes sind Faszien ein hochempfindsames Gewebe, das es gesund zu erhalten gilt.“

Verkleben oder, wie die Expertin sagt, „verfilzen“ die Faszienleitbahnen, sind Schmerzen die Folge. Häufig sei dies neben der Lenden- und Halswirbelsäule der Fall, meint Kiesling. „Sie sind nach meiner Kenntnis die Hauptverursacher für Rücken- und Nackenschmerzen.“ Aber auch verfilzte Faszienstrukturen am seitlichen Oberschenkel und am vorderen Unterarm seien keine Seltenheit.

Die Selbst-Behandlung mit Cups ist nicht schmerzhaft

Warum die Cups aus Biosilikon benutzen, wenn doch Faszienrollen weitaus bekannter sind? Die Physiotherapeutin erklärt: „Eine Faszienrolle wirkt mit großflächigem Druck auf breite Körper- und Faszienstrukturen ein. Dies leider auch häufig oberhalb der Schmerzgrenzen.“ Mit den Cups sei hingegen eine „dreidimensionale, individuelle Selbstbehandlung im ‚Wohlweh‘-Bereich“ möglich.

Allerdings kommt es auch hier auf die richtige Dosierung an. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, kann der Cup auf einem Triggerpunkt platziert werden „Pro Anwendung genügt zunächst eine Minute Behandlungszeit“, führt Kiesling aus. Sie selbst arbeite gern mit der 5:2 Methode. „Das heißt fünfmal in der Woche eine Anwendung und an zwei Tagen eine Regenerationspause.“ Halte man dieses Verhältnis ein, so würde sich bei mittelschweren Verfilzungen schon nach zwei bis drei Wochen eine „entscheidende Verbesserung“ einstellen.

Das Fasziengewebe strafft sich durch Cupping

Dass Faszienübungen gut für die Körpergesundheit ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Gerade aber das Cupping trägt laut Expertin seinen Teil dazu bei. „Wenn das Bindegewebe, also die faszialen Anteile, durch das Cupping und die entsprechenden Körperübungen gelöst sind, zeigt sich anschließend ein optimales Hautbild.“ Aber nicht nur diese verbesserte Optik , auch jene von Narben könne durch die moderne Schröpfmethode reduziert werden.

Titelbild: Mit Cupping und Bewegen die Handfaszien lösen Fotograf/Bildcredits: Nils Schwarz

Gabriele Kiesling Fotograf/Bildquelle Bildcredits: RoswithaKaste

Autor

Gabriele Kiesling ist Physiotherapie-Expertin und Buchautorin mit eigener Praxis in Berlin und Geschäftsführerin des Deutschen Instituts für Qualität in der Physiotherapie. Mit ihren Büchern in der Reihe Physiotherapie für zu Hause beim Riva Verlag, liefert sie verstehbare Übungsliteratur

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Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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