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Freitag, Januar 27, 2023

Bund prüft Verstaatlichung von Energiekonzern Uniper

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Düsseldorf, 14. Sep (Reuters) – Die Bundesregierung lotet offenbar eine Verstaatlichung des taumelnden Energieriesen UniperUN01.DE aus. Die Gespräche zwischen der Bundesregierung, Uniper und dem Mutterkonzern FortumFORTUM.HE schritten voran, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Aufgrund der gestiegenen Unsicherheiten im operativen Umfeld würden auch alternative Lösungen geprüft, unter anderem eine direkte Kapitalerhöhung, die zu einer signifikanten Mehrheitsbeteiligung des Bundes an Uniper führen würde. Eine Entscheidung gibt es Uniper zufolge noch nicht. Der Versorger ist unter anderem durch die Gaslieferkürzungen Russlands in Schieflage geraten.

Der Bund hielt sich bedeckt. „Wie bekannt, sind wir mit Uniper in Gesprächen. Diese Gespräche führen wir jetzt und spekulieren nicht“, erklärte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums.

Die Arbeitnehmervertreter nahmen die Mitteilung des Konzerns positiv auf. „Wir würden eine Übernahme durch den Bund begrüßen“, sagte Konzernbetriebsratschef Harald Seegatz der Nachrichtenagentur Reuters. „Diese würde den Beschäftigten Sicherheit geben.“ Seegatz ist auch stellvertretender Aufsichtsratschef. Der finnische Versorger Fortum hatte vor wenigen Jahren gegen heftigen Widerstand die Mehrheit an der früheren E.ONEONGn.DE-Kraftwerkstochter übernommen. Richtig warm geworden sind die beiden Unternehmen nicht. Die Arbeitnehmervertreter Unipers befürchten, dass Fortum die deutsche Tochter zerschlagen könnte.

Fortum erklärte, mit der Bundesregierung weiter über Uniper im Gespräch zu sein. Dabei gehe es um langfristige Lösungen. Die Unsicherheiten hätten aber weiter zugenommen. Ein Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters, eine Verstaatlichung sei die einzig verbliebene Möglichkeit. Die Kapitalresourcen Unipers seien erschöpft. Wahrscheinlich werde der Bund Uniper komplett übernehmen.

UNIPER: DIE SITUATION HAT SICH WEITER VERSCHÄRFT

Der Düsseldorfer Versorger ist von den Gas-Lieferkürzungen Russlands schwer getroffen. Uniper muss für den Ersatz Gas am teuren Spotmarkt erwerben – und macht dabei Milliardenverluste. Der Bund hatte im Juli ein 19 Milliarden Euro schweres Rettungspaket geschnürt. Dieses enthielt auch eine mögliche Beteiligung des Staates in Höhe von 30 Prozent.

Seit damals habe sich die europäische Energiekrise weiter verschärft, betonte Uniper jetzt. Deutschlands größter Gasimporteur verwies darauf, dass derzeit Russland keine Gasmengen durch die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 1 liefert. Die Gas- und Strompreise seien sehr hoch und schwankten. „Infolgedessen haben sich seit Juli die finanziellen Verluste von Uniper aufgrund der höheren Gasbeschaffungskosten deutlich erhöht.“

Bund prüft Verstaatlichung von Energiekonzern Uniper

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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