Britische Finanz- und Gesundheitsminister treten zurück

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London, 05. Jul (Reuters) – Der britische Premierminister Boris Johnson hat am Dienstag zwei wichtige Minister seiner Regierung verloren. Finanzminister Rishi Sunak und Gesundheitsminister Sajid Javid reichten ihren Rücktritt ein und veröffentlichten ihre jeweiligen Schreiben fast zeitgleich auf Twitter. In beiden Texten wird infrage gestellt, ob Johnson in der Lage sei, eine Regierung zu führen, die sich an gewisse Standards halte. Johnson hatte sich zuvor entschuldigt im Zusammenhang mit Vorwürfen gegen einen ehemaligen Minister, der des sexuellen Fehlverhaltens beschuldigt wird. Javid und Sunak hatten beide Johnson noch während des Skandals über Partys während des Corona-Lockdowns öffentlich unterstützt. Eine Stellungnahme von Johnson lag zunächst nicht vor.

Die Bevölkerung habe das Recht auf „eine ordnungsgemäße, kompetente und seriöse Amtsführung“, schrieb Finanzminister Sunak. „Mir ist klar, dass dies möglicherweise mein letzter Ministerposten sein wird“, hieß es weiter. „Aber ich glaube, dass diese Standards es wert sind, dass man für sie kämpft.“ Gesundheitsminister Javid seinerseits, er könne nicht mehr mit gutem Gewissen in der Regierung dienen. „Ich bin zwar instinktiv ein Team-Spieler, aber das britische Volk erwartet zurecht Integrität von ihrer Regierung.“ Johnson habe sein Vertrauen verloren.

Einem Bericht des Senders BBC zufolge erklärte Außenministerin Liz Truss, sie stehe zu 100 Prozent hinter dem Premierminister. Oppositionsführer Keir Starmer von der Labour-Partei erklärte in einer ersten Reaktion, es sei offensichtlich, dass die Regierung in der Auflösung begriffen sei. An den Finanzmärkten gab das britische Pfund nach. Johnson hatte Anfang Juni eine Vertrauensabstimmung seiner Parlamentsfraktion gewonnen. Er war wegen Verstößen gegen strikte Kontaktbeschränkungen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie unter Druck geraten. Einen Rücktritt hat er bislang stets abgelehnt.

Britische Finanz- und Gesundheitsminister treten zurück

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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