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Dienstag, November 29, 2022

Börsen straucheln nach US-Jobdaten – Euro nahe Parität

Expertenmeinungen

Frankfurt, 08. Jul (Reuters) – Robuste US-Arbeitsmarktdaten lassen die Zinssorgen der Anleger zum Wochenschluss erneut hochkochen. Die Aktienmärkte gaben einen Teil ihrer Kursgewinne ab, die US-Futures bauten ihre Verluste aus. Gleichzeitig drohte der Kurs des Euro am Freitag erstmals seit 2002 wieder unter die Marke von einem Dollar zu rutschen.

Im vergangenen Monat entstanden in Amerika 372.000 neue Jobs, von Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich mit 268.000 gerechnet. „In der Summe ist der heutige Arbeitsmarktbericht sicherlich nicht das, was sich die Börsianer erhofft haben“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Er zeige zwar eine anhaltende wirtschaftliche Dynamik, aber eben auch ein weiterhin hohes Lohnwachstum, das die US-Notenbank zu weiteren zügigen Straffungen zwinge. Für die Sitzung Ende des Monats fassen die Währungshüter eine Anhebung um 0,5 oder 0,75 Prozentpunkte ins Auge. Die Investoren treibt die Angst vor einem Abwürgen der Konjunktur durch aggressive Zinserhöhungen um. 

Dax und EuroStoxx50 bröckelten am Freitag nach den Daten weiter ab. Der deutsche Leitindex notierte 0,1 Prozent im Plus bei 12.855 Punkten, sein europäisches Pendant lag 0,6 Prozent tiefer bei 3468 Zählern. Staatsanleihen flogen aus den Depots, was die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 1,320 Prozent trieb. 

EURO-PARITÄT RÜCKT NÄHER

Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, lag 0,5 Prozent fester bei 107,52 Punkten. Im Gegenzug fiel der Euro auf 1,0118 Dollar und drohte erstmals seit 2002 unter die Parität zum Dollar zu fallen. Europa stehe vor zahlreichen Problemen wie der Energiekrise, der Inflation und der Gefahr eines überdurchschnittlichen Anstiegs der Anleihe-Renditen bestimmter Staaten, schrieben die Analysten der Citibank.

An den Rohstoffmärkten behielten Börsianer die Gaslieferungen Russlands nach Europa aufmerksam im Blick. Am Montag wird die Pipeline Nord Stream 1 abgeschaltet. „Erst nach Ende der planmäßigen Wartungsarbeiten am 21. Juli könnte etwas klarer sein, ob sich Menschen und Wirtschaft in Deutschland auf einen harten Winter einstellen müssen“, sagte Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. Der europäische Erdgas-Future notierte 0,4 Prozent leichter bei 179 Euro je Megawattstunde. 

KAPITALERHÖHUNG DRÜCKT TAG IMMOBILIEN AUF REKORDTIEF

Am Aktienmarkt ging es rund drei Prozent nach oben für Uniper. Der wegen der Gaskrise in Not geratenen Versorger will sich mit Hilfe des Staates stabilisieren. Der finnische Uniper-Mehrheitseigner Fortum erklärte, mit der Bundesregierung werde eine Reorganisation der Geschäftsbereiche von Uniper erörtert, „um so die systemkritischen deutschen Geschäftstätigkeiten zu bündeln und mit der Bundesregierung abzusichern“.

Ansonsten rückte TAG Immobilien ins Rampenlicht. Die Immobilienfirma sammelt 200 Millionen Euro frisches Kapital ein, um eine Übernahme teilweise zu refinanzieren. TAG-Aktien fielen daraufhin zeitweise um fast 13 Prozent auf ein Siebeneinhalb-Jahres-Tief von 9,45 Euro.

Die Aussicht auf steigende Zinsen half dem Bankensektor nach oben. Der europäische Branchenindex gewann 1,4 Prozent. Deutsche Bank lagen 2,4 Prozent im Plus, Commerzbank kletterten um mehr als sieben Prozent.

Börsen straucheln nach US-Jobdaten – Euro nahe Parität

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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