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Sonntag, Dezember 4, 2022

BMW setzt auf runde Batteriezellen von chinesischen Herstellern

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München, 09. Sep – BMW setzt bei den Batterien für seine Elektroautos der nächsten Generation von 2025 an auf Rundzellen und folgt damit als erster europäischer Autobauer dem Beispiel von Tesla. Gebaut werden die Zellen von Partnern in sechs Fabriken weltweit – je zwei in China, Europa und Nordamerika, wie BMW am Freitag mitteilte. Für China und Europa seien bereits Milliardenaufträge an die chinesischen Batterie-Hersteller CATL und Eve Energy vergeben worden, in Nordamerika solle eine Entscheidung über den oder die Partner bis zum Jahresende getroffen werden. Weitere Lieferanten könnten – je nach Bedarf – im Laufe der Zeit hinzukommen, erklärte BMW.

Jede der Batteriezellfabriken werde eine Kapazität von bis zu 20 Gigawattstunden jährlich haben, in einem ersten Schritt beziehe BMW Zellen mit einer Kapazität von 120 Gigawattstunden pro Jahr. Einer eigenen Zellfertigung erteilten Einkaufsvorstand Joachim Post und Entwicklungschef Frank Weber eine Absage: Damit würde man sich auf eine Technologie festlegen. „Ich kann davon jedem nur abraten“, sagte er. Die Auftragsfertigung gebe mehr Flexibilität, etwa bei Technologiesprüngen.

Zumindest eine der europäischen Batteriefabriken wird in Ungarn stehen. CATL hatte zuletzt den Bau einer Batteriefabrik mit einer Gesamtkapazität von 100 Gigawattstunden pro Jahr im ungarischen Debrecen angekündigt. In der ostungarischen Stadt entsteht derzeit das BMW-Werk für die Neue Klasse. Auch Eve Energy hat sich dort schon ein Grundstück gesichert. Insidern zufolge ist CATL auch am Bau eines Werks in den USA interessiert.

Die neuen BMW-Rundzellen haben einen Durchmesser von 46 Millimetern und ähneln damit den neuen Tesla-Batterien des Formats 4680. Die BMW-Zellen werden in zwei Längen von 95 und 120 Millimetern geliefert. In den vergangenen zwei Jahren hatten sich prismatische, also quaderförmige Zellen in der Autobranche durchgesetzt. Sie können enger gepackt werden als Rundzellen und sparen dadurch Kosten. Neben Tesla hat lediglich LucidLCID.O Rundzellen im Angebot.

Für BMW ist aber wichtig, dass die neuen Zellen stabiler sind und direkt in der Karosserie verbaut werden können. Davon versprechen sich die Münchner Einsparungen von 50 Prozent. Zudem soll die Leistung deutlich höher ausfallen. In der Kathode – dem Minuspol der Batterie – soll mehr Nickel enthalten sein und weniger Kobalt, die Anode – also der Pluspol – soll einen höheren Siliziumanteil haben. Weber sagte, die Rundzellen hätten eine um 20 Prozent höherer Energiedichte als prismatische.

Die Reichweite der Elektro-Fahrzeuge solle sich durch die neuen Batterien um 30 Prozent erhöhen. Der bereits auf dem Markt befindliche BMW i4 kommt derzeit auf 590 Kilometer, bevor die Batterie neu geladen werden muss. Entwicklungsvorstand Weber sagte, eine Reichweite von 1000 Kilometern sei für BMW nicht erstrebenswert: „Wir sind keine Anhänger dieses Wettbewerbs. Wenn man das will, braucht man entweder ein zu kleines Auto oder zu große Batterien. Davon halten wir nichts.“

BMW setzt auf runde Batteriezellen von chinesischen Herstellern

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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