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Mittwoch, Dezember 7, 2022

BaFin-Chef will mit mehr Transparenz gegen „Greenwashing“ vorgehen

Expertenmeinungen

Frankfurt, 12. Sep – Der Chef der Finanzaufsicht BaFin, Mark Branson, will mit scharfen Transparenzanforderungen gegen den Etikettenschwindel bei „grünen“ Anlageprodukten vorgehen. Es sei nicht damit getan, Investments einfach als „grün“ oder „nicht grün“ zu etikettieren, erläuterte Branson in einem am Montag veröffentlichten Kommentar im hauseigenen „BaFin-Journal“. Gefordert seien vielmehr deutliche Offenlegungsstandards zu den Bestandteilen eines Investmentprodukts. Anleger müssten erkennen können, ob das Investment auf Unternehmen basiere, die „grün“ seien. „Wir plädieren deshalb dafür, die Eigenverantwortung von Anlegern zu respektieren und zu fördern – durch die nötige Transparenz“, erklärte Branson.

Die Bafin habe ihre Aufsichtspraxis in diesem Jahr entsprechend verschärft und prüfe, ob das auch umgesetzt werde. „So gehen wir gegen Greenwashing vor“, erklärte der Behördenchef. Darunter wird in der Finanzwelt eine irreführende Vermarktung schmutziger Technologien als „grün“ oder „nachhaltig“ verstanden. Erst wenn Anleger Inhalt und Zweck der Produkte kennen, bestehe die Chance, dass sie eine gut informierte Entscheidung treffen können, erklärte Branson.

ESG-Anlagen („E“ steht für Umweltschutz, „S“ für Sozialstandards und „G“ für gute Unternehmensführung) sind einer der Mega-Trends der Finanzbranche. Sowohl bei Großinvestoren als auch bei Privatanlegern gewinnen derartige Investments immer mehr an Bedeutung. Die EU hat inzwischen ein Gesetzes-Paket auf den Weg gebracht, das eine Taxonomie-Verordnung für grüne Investitionen und ESG-Offenlegungen umfasst, um den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft zu unterstützen. Kritisiert wurde, dass dabei auch Atomenergie und Gas unter bestimmten Bedingungen als nachhaltig eingestuft werden. Zwar könnte ein Veto von 20 der 27 EU-Mitgliedsstaaten noch verhindern, dass die Regeln ab 2023 greifen. Dies jedoch gilt als unwahrscheinlich.

BaFin-Chef will mit mehr Transparenz gegen „Greenwashing“ vorgehen

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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