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Samstag, Januar 28, 2023

Amazon und Apple schüren Rezessionsangst der Anleger

Expertenmeinungen

Frankfurt, 28. Okt – Die Warnung von Amazon und Apple vor einem enttäuschenden Weihnachtsgeschäft lässt bei Anlegern die Alarmglocken schrillen. Die derzeit noch überraschend gute Kauflaune der US-Verbraucher und die Hoffnung auf behutsamere Zinserhöhungen der Notenbanken verhinderten allerdings einen Ausverkauf. Dax und EuroStoxx50 fielen am Freitag um jeweils etwa ein halbes Prozent auf 13.135 beziehungsweise 3586 Punkte. 

Investoren interpretierten die jüngsten Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) als Zeichen für eine nahende Entspannung in der Geldpolitik, schrieben die Analysten des Research-Hauses BCA. Eine langsamere Straffung sei wegen der schwachen Konjunktur auch geboten. Auf entsprechende Signale würden Börsianer auch die Äußerungen des US-Notenbankchefs Jerome Powell in der kommenden Woche abklopfen, ergänzten die Kollegen von der Bank Societe Generale. 

INFLATION STEIGT WEITER – ANLEIHEN UNTER DRUCK

Gegen diese Erwartung sprach allerdings der anhaltende Teuerungsdruck. Die Inflation in Deutschland stieg im Oktober überraschend stark auf 10,4 Prozent, den höchsten Stand seit 1951. „Weil die Unternehmen den Kostenschock noch nicht vollständig an die Konsumenten weitergegeben haben, dürfte bei der Inflation in den kommenden Monaten weiter eine zehn vor dem Komma stehen“, prognostizierte Jörg Krämer, Chef-Volkswirt der Commerzbank. „Die EZB bleibt unter Druck, ihre Zinsen weiter entschieden anzuheben.“ Daher trennten sich Anleger von bereits gehandelten, niedriger verzinsten Staatsanleihen. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Bundestitel auf 2,155 Prozent. 

Gleichzeitig zeigt die US-Wirtschaft keine Anzeichen von Schwäche. Die Konsumausgaben stiegen dort im September um überraschend starke 0,6 Prozent. Die Kauflaune der US-Verbraucher gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. 

TECHNOLOGIE AUF TALFAHRT

Bei den Aktienwerten stach Amazon mit einem Kurssturz von 14 Prozent im vorbörslichen US-Geschäft heraus. „Wir können aus den Zahlen herauslesen, dass die Verbraucher weltweit in keiner guten Verfassung sind, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. „In einfachen Worten: Die Amazon-Ergebnisse lassen die Rezessionsglocken schrillen.“ 

Im Sog von Amazon rutschte der europäische Index für die Technologiebranche um zwei Prozent ab. Hier traf es vor allem Apple-Zulieferer wie BE Semi, die in Amsterdam 3,3 Prozent einbüßten. Apple-Papiere hielten sich dagegen an der Wall Street vorbörslich 0,3 Prozent im Plus. Die Zahlen des iPhone-Anbieters seien unter dem Strich solide, sagte Analyst Konstantin Oldenburger vom Online-Broker CMC Markets. Der verhaltene Ausblick sei „Jammern auf hohem Niveau“. 

Ganz anders werteten Investoren die Ausblicke von Air France-KLM und der British Airways-Mutter IAG. Ihre Titel rutschten um 15 beziehungsweise 3,6 Prozent ab, obwohl beide Fluggesellschaften Milliardengewinne bekannt gegeben hatten. 

Bei den deutschen Unternehmen stand Volkswagen im Rampenlicht. Der Autobauer musste unter anderem wegen milliardenschwerer Abschreibungen für das Start-Up Argo AI, ein Spezialist für Roboterautos, einen Gewinneinbruch hinnehmen. Außerdem schraubte der Wolfsburger Konzern seine Absatzziele herunter. VW-Papiere verbilligten sich um 3,5 Prozent. 

Amazon und Apple schüren Rezessionsangst der Anleger

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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