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Donnerstag, Februar 2, 2023

12.12.22 Wichtige Marktentwicklungen

Expertenmeinungen

Es folgen wichtige Marktentwicklungen für den 12. Dezember 2022.

New York, 12. Dez (Reuters) – Die weltgrößte Investmentbank Goldman Sachs will einem Insider zufolge bald keine unbesicherten Verbraucherkredite mehr vergeben. Das verlautete am Montag aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen. Der Schritt ist Experten zufolge ein weiterer Hinweis, dass sich das Geldhaus von seinem Verbrauchergeschäft zürückzieht. Im Oktober hatte Goldman mitgeteilt, dass die 2016 mit großen Erwartungen gestartete, aber immer noch defizitäre Online-Bank „Marcus“ in die Sparte für Vermögensverwaltung und reiche Privatkunden eingegliedert wird. Das wurde als Rückschlag für das nach Firmengründer Marcus Goldman benannte Projekt gewertet. Im Massengeschäft von „Marcus“ läuft es dem Institut zufolge holprig, die Sparte verdient kein Geld.

Die Agentur Bloomberg meldete zudem, dass Goldman einige Hundert weitere Stellen streichen wolle. Im September hatte Goldman den Abbau von 500 Stellen angekündigt. Ein Goldman-Sprecher lehnte einen Kommentar dazu ab. Angesichts von Rezession und Inflation war der Gewinn von Goldman Sachs im dritten Quartal um 44 Prozent auf 2,96 Milliarden Dollar eingebrochen.

Bangalore, 12. Dez (Reuters) – Oracle hat dank eines starken Cloud-Geschäfts mit seinem Umsatz die Vorhersagen übertroffen. Im abgelaufenen zweiten Quartal lag dieser 18,5 Prozent höher bei knapp 12,3 Milliarden Dollar, wie der US-Konzern am Montag nach Börsenschluss mitteilte. Von Refinitiv befragte Analysten hatten mit gut zwölf Milliarden gerechnet. Der Nettogewinn betrug 1,7 Milliarden Dollar nach einem Verlust von 1,25 Milliarden im Vorjahr. Die Oracle-Aktie legte nachbörslich um etwa drei Prozent zu. Bereits im Vorquartal hatte das Unternehmen mit einem kräftigen Plus beim zukunftsträchtigen Cloud-Geschäft gepunktet. Oracle konkurriert in diesem Segment insbesondere mit Microsoft und Amazon.

Frankfurt, 12. Dez (Reuters) – Der US-Pharmakonzern Pfizer hält bis 2030 jährliche Einnahmen von zehn bis 15 Milliarden Dollar durch Impfstoffe auf Basis der mRNA-Botenstofftechnologie wie den mit zusammen mit Biontech vermarkteten Covid-Impfstoff für möglich. Bis zu sechs Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr verspricht sich Pfizer von seinen Medikamenten gegen Migräne, wie der Konzern mitteilte. 

Brüssel, 12. Dez (Reuters) – Der Softwarekonzern Microsoft will mehreren Insidern zufolge Kartellbedenken der EU-Wettbewerbsbehörde wegen seines Arbeitsplatz-Kommunikationsprogramms Teams zerstreuen. Einer der Insider sagte, der US-Konzern habe der EU bereits vorläufig Zugeständnisse angeboten. Die Wettbewerbsbehörde ist auf eine Beschwerde des US-Konzerns Salesforce hin tätig geworden, das mit Slack einen Wettbewerber von Teams anbietet. Salesforce wirft Microsoft vor, Teams auf unfaire Weise in sein marktmächtiges Office-Programmpaket integriert zu haben. Microsoft solle Teams ausgliedern und zu fairen Preisen gesondert anbieten. Seit den Corona-Lockdowns boomen solche Programme.

Kiew, 12. Dez (Reuters) – Der Nahrungsmittelriese Nestle investiert 40 Millionen Franken in eine neue Fabrik in der Westukraine. In dem Werk in Smolyhiv will der Schweizer Konzern in Zukunft Saucen, Würzmitteln, Suppen und Fertiggerichten für den heimischen Markt und für andere europäische Ländern produzieren, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Zu den in der Ukraine bereits bestehenden 5800 Stellen sollen mit der Fabrik weitere 1500 Jobs kommen. Nestle ist eines der wenigen internationalen Unternehmen, die seit dem Einmarsch Russlands im Februar 2022 neue Investitionen in der Ukraine angekündigt haben. Schätzungen des Internationalen Währungsfonds zufolge dürfte die Wirtschaft des Landes 2022 um 35 Prozent schrumpfen.

Frankfurt, 12. Dez (Reuters) – Die deutsche Privatbank Berenberg hat in diesem Jahr insgesamt rund 60 Stellen an ihrem US-Standort abgebaut und damit ihre Präsenz in New York um mehr als 40 Prozent reduziert. Nach dem Stellenabbau im Sommer mussten in den vergangenen Tagen zehn weitere Beschäftigte, die überwiegend in Support-Funktionen tätig waren, die US-Tochter Berenberg Capital Markets verlassen, bestätigte ein Sprecher der Bank. Zuerst hat „Bloomberg“ über den neuen Stellenabbau berichtet. Zum Kerngeschäft der Hamburger Privatbank gehört neben der Vermögensverwaltung auch das Investmentbanking – ein Bereich, der aufgrund des schwachen Geschäfts mit Fusionen und Übernahmen im laufenden Jahr starke Einbußen verzeichnete.

Bangalore, 12. Dez (Reuters) – Das US-Pharmaunternehmen Amgen hat einem Medienbericht zufolge ein Übernahmeangebot für das US-Biotechunternehmen Horizon Therapeutics vorgelegt. Mit einem Kaufpreis von rund 26 Milliarden Dollar wäre es die größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte, berichtete die Agentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertrauten Person. Das Angebot entspräche einem Aufschlag von etwa 20 Prozent auf den Schlusskurs von Horizon am Freitag. Zuvor hatte der französische Pharmakonzern Sanofi mitgeteilt, dass er nicht bei einem möglichen Bietergefecht um Horizon mitmischen wolle und keine Offerte plane. Damit verblieb Amgen als einziger Bieter in dem Rennen, aus dem die Johnson&Johnson -Tochter Janssen Global Anfang Dezember ausgestiegen war. Amgen und Horizon antworteten sich bisher nicht auf Reuters-Anfragen nach einer Stellungnahme.

Bangalore, 12. Dez (Reuters) – Im Rahmen einer technischen Kooperation steigt Microsoft bei der LSE ein. Der Softwarekonzern übernehme vier Prozent der Anteile, teilte der britische Börsenbetreiber am Montag mit. Die Vereinbarung sei Teil eines Zehn-Jahres-Vertrags, um die Daten-Plattform des Deutsche Börse-Rivalen in die Cloud zu überführen. 

Microsoft erhält das Aktienpaket den Angaben zufolge vom Konsortium um den Finanzinvestor BlackstoneBX.N und Thomson Reuters, die Mutter der Nachrichtenagentur Reuters. Diese waren im Rahmen des Verkaufs des Datenanbieters Refinitiv 2021 zu LSE-Aktionären geworden.

Frankfurt, 12. Dez (Reuters) – Neue Studiendaten zu seinem Hoffnungsträger-Medikament Pelabresib geben Morphosys Aufwind. Die Aktien stiegen im Frühhandel um 2,5 Prozent. Morphosys hatte Ergebnisse aus mehreren Analysen einer Phase-2-Studie mit dem Mittel zur Behandlung von Myelofibrose, eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, veröffentlicht. Demnach konnte Pelabresib in Kombination mit der Arznei Jakavi über einen längeren Beobachtungszeitraum über 24 Wochen hinaus eine dauerhafte Verbesserung sowohl des Milzvolumens als auch der Symptomwerte bei den Patienten zeigen.

Die Daten deuteten darauf hin, dass Pelabresib das Potenzial habe, die derzeitige Standardtherapie von Myelofibrose-Patienten zu verbessern, zitierte Morphosys den Direktor des Leukämieprogramms für Erwachsene am The Tisch Cancer Institute des Mount Sinai Krankenhauses in New York, John Mascarenhas. Das Unternehmen setzt große Hoffnungen in Pelabresib, das in der dritten entscheidenden Phase der klinischen Entwicklung zur Behandlung von Myelofibrose ist. Im ersten Halbjahr 2024 sollen die Daten aus dieser Studie veröffentlicht werden.

Morphosys hofft, mit Pelabresib einen neuen Behandlungsstandard setzen zu können. Über Jahre war das Mittel Jakavi von Novartis seit seiner Zulassung 2012 das einzige Arzneimittel innerhalb dieses Indikationsgebietes. Doch bei etwa der Hälfte der Patienten, die von Jakavi profitieren, spricht die Therapie nach zwei bis fünf Jahren nicht mehr an – für Morphosys also ein Markt mit hohem Potenzial.

Zürich, 12. Dez (Reuters) – Der Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant nimmt eine Wertberichtigung von rund 225 Millionen Franken auf seine Bio-Ethanol-Anlage im rumänischen Podari vor. Produktionserträge und andere Betriebsparameter hätten bislang nicht den angepeilten industriellen Maßstab erreicht, teilte Clariant am Montag mit. Aufgrund des verzögerten Hochfahrens sei eine Abschreibung nötig geworden. Die Wertberichtigung habe keinen Einfluss auf die Liquidität, werde sich aber im Jahresergebnis 2022 niederschlagen. An den finanziellen Zielen für 2025 hält das Unternehmen fest.

Zürich, 12. Dez (Reuters) – Der Schweizer Vermögensverwalter Julius Bär schreibt seine italienische Fondstochter Kairos ab. Die Wertberichtigung führe zu einer nicht geldwirksamen Belastung vor Steuern von 57 Millionen Franken im Jahresergebnis 2022, teilte das Institut am Montag mit. Künftig würden keine immateriellen Werte im Zusammenhang mit Kairos mehr in der Bilanz enthalten sein. Julius Bär hatte angesichts der mauen Geschäftsentwicklung bereits früher Abschreibungen auf den Wert von Kairos vorgenommen.

12.12.22 Wichtige Marktentwicklungen

Quelle: Reuters

Titelbild: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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