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Sonntag, Dezember 4, 2022

Zins- und Energiesorgen lähmen Anleger – Euro unter Druck

Expertenmeinungen

Frankfurt, 24. Aug – Ein Cocktail aus Energiekrise, düsteren Wachstumsaussichten sowie Inflations- und Zinssorgen lähmt zur Wochenmitte die Anleger. „Die Inflationserwartungen in Europa steigen weiter, während sich die Wachstumserwartungen verschlechtern, so dass die Fundamentaldaten für Aktien immer schwieriger werden“, sagte Graham Secker, Stratege bei Morgan Stanley. Dax und EuroStoxx50 notierten am Mittwoch kaum verändert bei 13.199 und 3658 Punkten. An der Wall Street deuteten die US-Futures auf einen etwas festeren Handelsstart hin.

Zur Nervosität der Anleger trug die bevorstehende Konferenz der Top-Notenbanker im amerikanischen Jackson Hole bei. Die Aussagen vom Chef der US-Notenbank Jerome Powell könnten die Entwicklung an den Finanzmärkten für die nächsten Wochen prägen, sagte Marktstratege Christian Henke vom Handelshaus IG. „Vor allem erwarten die Anleger Antworten auf die Frage, welche Fortschritte es bei der Bekämpfung der Inflation gibt.“ Volkswirte rechnen mit einer Zinserhöhung der Fed um 50 Basispunkte im September. Händler halten auch mehr für möglichFEDWATCH und sorgen sich um eine Bremswirkung aggressiver Schritte auf die ohnehin fragile Wirtschaft.

EURO-STRATEGEN RECHNEN MIT ANHALTENDEM GEGENWIND FÜR WÄHRUNG

Am Devisenmarkt stellten sich die Anleger auf klare Zinssignale von Fed-Chef Powell bei seiner Rede am Freitag ein und kauften US-Dollar. Nach dem Rutsch auf ein 20-Jahres-Tief knapp unter 0,990 Dollar blieb der Euro entsprechend unter Druck. Die Gemeinschaftswährung notierte mit 0,9940 Dollar 0,3 Prozent im Minus. „Ob der drohenden Energiekrise und damit aufziehender Rezessionsgefahren dürfte der Kurs noch eine ganze Weile unter der Parität verweilen“, sagte Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege von RoboMarkets. „Damit besteht aber jederzeit auch die Möglichkeit, dass der Euro noch deutlicher gegenüber dem Dollar fällt.“

Das dürfte die Konjunktursorgen an den Börsen schüren. Denn nicht nur Importe dürften sich verteuern, auch die ohnehin steigenden Energiepreise würden durch einen schwachen Euro nochmals erhöht, konstatierte Molnar.

PREISRALLY AN ENERGIEMÄRKTEN GEHT WEITER

An den Energiemärkten blieb die Lage angespannt. Die verschärften Sorgen um die Gasversorgung Westeuropas in Folge der von Gazprom angekündigten Lieferunterbrechung über Nord Stream 1 trieben die Gaspreise weiter an. Der europäische Future stieg um neun Prozent auf 283,50 Euro je Megawattstunde. Innerhalb von etwas mehr als zwei Monaten hat sich der Preis verdreifacht. Vom 31. August bis zum 2. September wird der Pipelinebetrieb Gazprom zufolge wegen Wartungsarbeiten unterbrochen.

Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich um bis zu 1,7 Prozent auf 101,90 Dollar je Fass. Spekulationen auf weitere Förderdrosselungen der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) trieben die Kurse Händlern zufolge. Aussagen des saudischen Energieministers seien so ausgelegt worden, dass das Öl-Kartell möglicherweise einer Wiederaufnahme iranischer Ölproduktion gegensteuern wolle.

US-EINZELHÄNDLER KÄMPFEN MIT SINKENDER KAUFKRAFT

Enttäuschung über einen Verlust im Quartal brockte den Aktien von Agfa Gevaert ein Minus von bis zu 10,5 Prozent ein. Kosteninflation und Lieferkettenprobleme führten beim belgischen Grafikkonzern zu einem Nettoverlust von 13 Millionen Euro. Die Analysten von ING erkennen in den Ergebnissen einen „Mangel an Qualität.“ Das deute auf einen „Einbruch der Rentabilität der angeblich stabileren Healthcare-Aktivitäten der Gruppe“ hin.

Ein trüber Ausblick des US-Markenmode-Händlers Nordstrom trübte die Laune im Einzelhandelssektor. Wie auch die US-Kaufhauskette Macy’sM.N bekommt Nordstrom die nachlassende Kaufkraft der Verbraucher zu spüren und muss Preisnachlässe gewähren, um seine hohen Lagerbestände abzubauen. Die Papiere gaben vorbörslich rund 14 Prozent nach. Im Sog verloren Hugo Boss vorübergehend bis zu 1,7 Prozent. ZalandoZALGn.DE gaben in der Spitze 2,9 Prozent nach. 

Zins- und Energiesorgen lähmen Anleger – Euro unter Druck

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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