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Zahlen und Fakten zu den Gasspeichern in Deutschland

13. Okt – Die Gasspeicher in Deutschland sind nach Daten der europäischen Gasspeicherplattform AGSI zu im Durchschnitt 94,97 Prozent gefüllt. Damit ist das von der Bundesregierung im Zuge des Ausfalls russischer Gaslieferungen für den 1. November vorgegebene Ziel von 95 Prozent fast erreicht. Die Speicher sollen dabei helfen, die Versorgung im Winter zu sichern. Es folgen einige Fakten zu den Gasspeichern in Deutschland.

WIE VIELE GASSPEICHER GIBT ES HIERZULANDE?

Deutschland verfügt dem Bundeswirtschaftsministerium zufolge über die größten Erdgasspeicherkapazitäten in Europa. Rund 47 Speicher an über 30 Standorten verfügen über eine Gesamtkapazität von 24,6 Milliarden Kubikmeter. Der größte deutsche Erdgasspeicher mit einer Kapazität von rund vier Milliarden Kubikmetern Arbeitsgas befindet sich im niedersächsischen Rehden.

KÖNNEN DIE SPEICHER ALLEIN DIE VERSORGUNG DECKEN?

Nein. Die Gesamt-Kapazität entspricht etwa einem Viertel des durchschnittlichen Jahresverbrauchs in Deutschland. Die Gasspeicher spielen aber eine große Rolle für die Versorgungssicherheit. Nach Angaben der Initiative Energien Speichern (INES) – ein Zusammenschluss von Betreibern – werden an kalten Wintertagen bis zu 60 Prozent der Gasversorgung in Deutschland aus den Speichern abgedeckt.

WEM GEHÖREN DIE SPEICHER?

Zu den Betreibern gehören Energiekonzerne wie Uniper, EWE, die EnBW-Tochter VNG oder das Unternehmen Astora. Astora gehört zur Sefe-Gruppe, der früheren Gazprom Germania, und betreibt den Speicher in Rehden.

WELCHE GESETZLICHEN FÜLLVORGABEN GIBT ES?

Nach dem Energiewirtschaftsgesetz müssen die Gasspeicher zum 01. September zu 75 Prozent, zum 01. Oktober zu 85 Prozent und zum 01. November zu 95 Prozent befüllt sein. Dabei handelt es sich um den Durchschnittswert aller Speicher zusammen, einzelne Abweichungen sind demnach möglich. Bis zum 01. Februar darf der Wert nicht auf unter 40 Prozent sinken, damit für diesen Hochlastmonat noch genügend Gas in den Speichern vorhanden ist.

WIE LÄUFT DER VERKAUF?

Das Gas in den Speichern gehört den Händlern, die in den Speichern ihr Gaskontingent einmieten. Der Verkauf aus den Speichern folgt Angebot und Nachfrage und damit dem höchsten Preisangebot und dem am meisten liquiden Markt. Kauf und Verkaufsgeschäfte finden am deutschen Handelspunkt statt mit den dort registrierten Unternehmen. 

KANN DAS GAS AUCH INS AUSLAND GEHEN?

Registriert sind am Handelspunkt nicht nur deutsche Unternehmen, sondern auch Firmen aus anderen Ländern. Gas aus den Speichern in Deutschland kann also in den deutschen wie auch in den europäischen Markt verkauft werden. Polen etwa hat seine Speicher im Frühjahr durch Ankäufe aus deutschen Speichern gefüllt. 

KANN DEUTSCHLAND GAS AUS SPEICHERN IM AUSLAND BEZIEHEN?

Umgekehrt kann Deutschland aber auch Gas aus Speichern in anderen EU-Staaten beziehen. So diente der österreichische Speicher Haidach, einer der größten in Europa, bisher ausschließlich der Versorgung Bayerns. Künftig soll es auch einen Anschluss an das österreichische Gasnetz geben.

Zahlen und Fakten zu den Gasspeichern in Deutschland

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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