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Donnerstag, Februar 2, 2023

Wall Street rutscht wegen Zinserhöhungssorgen ab

Expertenmeinungen

Frankfurt, 15. Dez – Gedämpfte Hoffnungen auf ein Ende der US-Zinserhöhungen haben die Wall Street weiter ins Minus getrieben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 fielen am Donnerstag um jeweils knapp dreiProzent auf 33.047 beziehungsweise 3883 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 3,4 auf 10.795 Zähler. 

Fed-Chef Jerome Powell schürte am Mittwochabend Ängste vor einem lang anhaltenden Zinserhöhungszyklus. Die US-Notenbank erhöhte den Leitzins zwar wie erwartet um einen halben Prozentpunkt – nach vier Zinsschritten von 0,75 Punkten – signalisierte jedoch, dass kommendes Jahr weitere Zinsschritte anstehen. „Wir werden Kurs halten, bis die Arbeit erledigt ist“, sagte er und dämpfte damit Hoffnungen auf Zinssenkungen in der zweiten Jahreshälfte 2023. 

Zudem verstärkten enttäuschende Konjunkturzahlen die Sorgen der Anleger. Die Einzelhandelsumsätze für November gingen stärker als erwartet zurück. Die heutigen Daten bekräftigten, Powells Aussage, dass der Kampf gegen die Inflation Zeit brauche, sagte Marktstratege Sameer Samana vom Wells Fargo Investment Institute.

Wegen der Zinserhöhungsspekulationen stieg der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, um gut ein Prozent. Währenddessen schürten schwache Konjunkturdaten aus China Ängste vor einer geringeren Rohstoff-Nachfrage des Top-Abnehmers. Dies drückte den Preis für die US-Rohölsorte WTI 0,4 Prozent ins Minus auf 76,97 Dollar je Barrel (159 Liter). Kupfer verlor 2,5 Prozent auf 8294 Dollar je Tonne. „Langfristig bleibt die Angebotslage aber angespannt“, sagte Analyst Nitesh Shah vom Fondsanbieter WisdomTree mit Blick auf das Industriemetall. Weitere Kursrücksetzer eröffneten daher Kaufgelegenheiten. 

NETFLIX UND TESLA AUF TALFAHRT

Vor allem Technologiewerten mussten wegen den Zinssorgen der Anleger Kursverluste hinnehmen. Die Aktien von Apple, Amazon und Microsoft fielen zwischen 3,4 und 4,1 Prozent. Auch die Papiere von Netflix rutschten um mehr als neun Prozent ab. Dem Online-Magazin Digiday zufolge liegt die Zahl der Nutzer des neuen, werbefinanzierten Abonnements nur bei 80 Prozent des Wertes, den der Streaming-Dienst Werbetreibenden versprochen hat. Diese könnten daher Nachlässe einfordern. 

Bei Tesla drückte ein milliardenschwerer Verkauf von Anteilsscheinen durch den Chef des Unternehmens und Neu-Eigentümer des Kurznachrichtendienstes Twitter, Elon Musk, die Papiere zunächst auf ein Zwei-Jahres-Tief von 153,28 Dollar. Im weiteren drehten sie aber ins Plus und gewannen 1,2 Prozent. Er halte die Aktie für unterbewertet, schrieb Analyst Seth Goldstein vom Research-Haus Morningstar. Da der Elektroautobauer vergleichweise kleine Stückzahlen produziere, rechne er trotz der drohenden Rezession nicht mit einem starken Nachfrage-Rückgang. Außerdem könne Tesla von staatlichen Subventionen für sein Model 3 profitieren. 

Wall Street rutscht wegen Zinserhöhungssorgen ab

Quelle: Reuters

Symbolfoto: Bild von iris Vallejo auf Pixabay

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