US-Jobdaten drücken Börsen – „Abschwung lugt um die Ecke“

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Frankfurt, 05. Aug (Reuters) – Die Sorge vor drastischen Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed und deren wirtschaftlichen Folgen setzt Europas Börsen zu. Außerdem drückten gemischte Firmenbilanzen auf die Stimmung. Dax und EuroStoxx50 fielen am Freitag um jeweils mehr als ein halbes Prozent auf 13.574,17 beziehungsweise 3721,44 Punkte. Der US-Standardwerteindex Dow Jones bröckelte um 0,4 Prozent ab. 

US-Unternehmen schufen den Angaben zufolge im Juli außerhalb der Landwirtschaft 528.000 Stellen, mehr als doppelt so viele wie erwartet. „Hier deutet noch nichts auf einen bald beginnenden Abschwung hin“, sagte Analyst Bastian Hepperle vom Bankhaus Hauck Aufhäuser Lampe. Allerdings steige die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe. „Das erinnert doch sehr an die Monate vor früheren Rezessionen. Der Abschwung lugt vorsichtig um die Ecke.“

Ein weiterer Belastungsfaktor sei der überraschend starke Anstieg der Löhne in den USA, gab Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners zu bedenken. „Das wird die Fed möglicherweise dazu bringen, die Zinsen in hohem Tempo weiter zu erhöhen, um die bestehende Preis-Lohn-Spirale wieder einzufangen.“ Investoren erwarten für September die dritte Fed-Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte in Folge. 

Vor diesem Hintergrund warfen Investoren US-Staatsanleihen aus den Depots und trieben die Rendite der zehnjährigen Bonds auf 2,864 Prozent. Diesem Trend konnten sich die deutschen Pendants nicht entziehen und rentierten ebenfalls höher bei 0,959 Prozent. Dem Dollar verliehen die US-Daten Zusatzschub. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg um ein Prozent auf 106,75 Zähler. 

ALLIANZ UND RHEINMETALL ENTTÄUSCHEN

Bei den deutschen Aktienwerten rückte Allianz ins Rampenlicht. Die Titel fielen um 1,6 Prozent, obwohl der Versicherer mit einem operativen Gewinn von 3,5 Milliarden Euro das beste zweite Quartal seiner Geschichte verbucht hatte. Wegen Abschreibungen auf die US-Tochter und schwächelnden Vermögensverwaltungsgeschäfts bleibe das Netto-Ergebnis aber hinter den Erwartungen zurück, monierte Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. 

Rheinmetall konnte einen Rekord-Halbjahresgewinn ebenfalls nicht in Kursgewinne ummünzen. Die Titel des Rüstungskonzerns und Autozulieferers rutschten um fast zwölf Prozent ab. Das ist der größte Tagesverlust seit fast 21 Jahren. Auslöser der Verkäufe sei die auf zehn bis zwölf von 13 bis 15 Milliarden Euro gekappte Prognose für den Auftragseingang der Rüstungssparte, sagten Börsianer. 

POST GEHT AB – MONSTER MACHT SCHLAPP

Lange Gesichter gab es auch bei Monster. Wegen steigender Kosten blieb der Überschuss des Energydrink-Anbieters mit 0,51 Dollar je Aktie das dritte Quartal in Folge hinter den Erwartungen zurück. Die langfristigen Wachstums- und Ertragsaussichten blieben davon aber unberührt, schrieb Analyst Zain Akbari vom Research-Haus Morningstar. Die Monster-Titel rutschten an der Wall Street dennoch um sieben Prozent ab. 

Bei der Deutschen Post honorierten Investoren dagegen deren Rekord-Quartalsergebnis. Sie hievten die Papiere des Konzerns mit einem Plus von 4,6 Prozent an die Spitze des Dax. „Alle Divisionen haben sich besser entwickelt als erwartet“, lobte DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp. Positiv sei außerdem, dass das Unternehmen seine Zielspanne für den operativen Gewinn auch für erreichbar halte, sollte sich die Konjunktur in den kommenden Monaten verschlechtern. 

US-Jobdaten drücken Börsen – „Abschwung lugt um die Ecke“

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