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Dienstag, November 29, 2022

Ukraine meldet weitere Geländegewinne im Süden und Osten

Expertenmeinungen

Kiew, 09. Sep – Die Ukraine meldet im Zuge ihrer Gegenoffensive weitere Geländegewinne im Süden und Osten. Das ukrainische Militär teilte am Freitagmorgen mit, in der Nähe der Großstadt Charkiw im Osten versuchten russische Truppen, verletzte Soldaten und beschädigte militärische Ausrüstung wegzubringen. Dies gehe bei den Dörfern Wilchuwatka südwestlich und Borodojarkse südöstlich von Charkiw vonstatten. Am Donnerstagabend hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videoansprache erklärt, die ukrainischen Streitkräfte hätten „Dutzende Ortschaften befreit“ und seit dem 1. September in Osten und Süden ein Gebiet von mehr als 1000 Quadratkilometern zurückerobert. 

Selenskyj veröffentlichte ein Video, in dem ukrainische Soldaten erklären, sie hätten die strategisch wichtige östliche Stadt Balaklija von russischen Truppen zurückerobert. Der Ort mit seinen rund 27.000 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt zwischen der umkämpften Großstadt Charkiw und dem russisch-besetzten Isjum, wo sich ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt für den russischen Nachschub befindet.

Witali Gantschew, der Leiter der von Russland eingesetzten Militärverwaltung im Gebiet Charkiw, sagte dagegen im russischen Staatsfernsehen, die russischen Truppen hätten den Versuch der ukrainischen Truppen abgewehrt, Balaklija einzukesseln und einzunehmen. Der Ort sei weiterhin in der Hand der russischen Truppen. Eine unabhängige Überprüfung solcher Angaben über das Kampfgeschehen war Reuters nicht möglich.

Zuvor hatte der ukrainische Brigadegeneral Olexij Gromow mitgeteilt, ukrainische Einheiten seien bis zu 50 Kilometer hinter die russischen Linien vorgedrungen und hätten mehr als zwanzig Dörfer in der Region Charkiw zurückerobert. Dort hatten die ukrainischen Truppen in dieser Woche überraschend eine Gegenoffensive begonnen. Seit Wochen stoßen sie bereits im Süden in der Region Cherson vor, die gegenüber der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim liegt. 

Sollten die ukrainischen Geländegewinne zutreffen und vor allem gehalten werden, wäre das ein schwerer Schlag für das russische Militär, das am 24. Februar seine Invasion der Ukraine begonnen hat und nach Informationen westlicher Geheimdienste enorme Verluste erlitten hat. Für die Ukraine brächte das einen erheblichen Schub. Die Führung in Kiew will auch ihren Unterstützern beweisen, dass sie in dem Krieg das Blatt wenden kann und die internationale Hilfe wirkt. 

BLINKEN: „WIR SEHEN ECHTE FORTSCHRITTE VOR ORT“

US-Außenminister Antony Blinken, der am Donnerstag zu Beratungen in Kiew war, sprach vor seinem Abflug vor der Presse denn auch von Fortschritten der ukrainischen Gegenoffensive. Er sei über die neueste Entwicklung informiert worden. „Es ist wieder sehr früh. Aber wir sehen klare und echte Fortschritte vor Ort, insbesondere um Cherson, aber auch einige interessante Entwicklungen im Donbass im Osten.“ Blinken sagte der Ukraine die Unterstützung der USA zu – „solange es dauert“. 

Der Außenminister kündigte eine neues Hilfspaket in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar für die Ukraine und 18 weitere Länder an, die als von einer russischen Aggression bedroht gelten. Ungefähr eine Milliarde Dollar geht demnach an die Ukraine. Sie soll von den USA zudem Waffen im Wert von 675 Millionen Dollar erhalten. 

Ukraine meldet weitere Geländegewinne im Süden und Osten

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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