Gelingt es Tesla-Aktionär*innen für bessere Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden bei Tesla zu sorgen?

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Tesla führt am 4. August seine Hauptversammlung durch. Hierbei werden auch über einige Anträge, die sich für bessere Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden einsetzen, abgestimmt. Andreas von Angerer, Head of Impact von Inyova, kommentiert:

Tesla ist die treibende Kraft hinter der Transformation der Automobilbranche hin zu emissionsfreier Mobilität. Aber das Unternehmen muss nicht nur Lösungen für globale Herausforderungen anbieten, sondern auch sicherstellen, dass dies unter Berücksichtigung von Mindeststandards und ohne erheblichen Schaden für andere geschieht.

Vor allem die soziale Bilanz von Tesla – von der Verhinderung von Gewerkschaften hin zu rassistischen Praktiken in den Fabriken – zeigt deutlich, dass das Unternehmen am „Wie“ arbeiten muss, um ein wirklich nachhaltiges Unternehmen zu sein. Hinzu kommen auch Umweltprobleme, wie zuletzt hinsichtlich Wasserknappheit beim Werk in Brandenburg.

Bereits seit einigen Jahren versuchen Aktionär*innen von Tesla mit Hilfe von Shareholder Resolutions (Aktionärsanträge), das Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit zu bewegen. Jetzt könnte es erstmals dazu kommen. Bei der diesjährigen Hauptversammlung wurden Anträge zu wichtigen Punkten eingereicht. Zum dritten Mal in Folge steht ein Antrag zur Abstimmung, der Tesla auffordert, die derzeitige Verwendung von obligatorischen Schiedsverfahrenen zur Lösung von Beschwerden über Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz zu untersuchen. Derzeit verlangt Tesla von seinen Mitarbeitenden, dass sie einem solchen Schiedsverfahren zustimmen, was aber deren Rechtsmittel einschränkt und v.a. die Bereitschaft verringert, Diskriminierung überhaupt zu melden.

Wenn Streitigkeiten im Rahmen eines Schiedsverfahrens behandelt werden, bleiben die zugrundeliegenden Fakten und das Ergebnis des Falles oft geheim, was Mitarbeitende demotiviert, überhaupt Beschwerde einzureichen und entsprechend Täter bevorzugt. Der Antrag, der von Nia Impact Capital, einer Gruppe aktivistischer Investorinnen, die sich auf Geschlechtergleichstellung und Anti-Rassismus fokussieren, sowie AP7, dem größten nationalen Pensionsfonds Schwedens, kommt, hat in den letzten zwei Jahren an Schwung gewonnen: 27 % der Stimmen im Jahr 2020 und 45 % der Stimmen im Jahr 2021. Wenn also in diesem Jahr 5 % mehr Tesla-Investierende den Vorschlag unterstützen, könnte er die 50 %-Marke überschreiten und Tesla den Bedarf zu Handeln verdeutlichen.

Die kanadische Non-Profit-Organisation Share (Shareholder Association for Research and Education), die mit Pensionsfonds und Familienstiftungen zusammenarbeitet, hat einen Antrag eingereicht, in welchem der Tesla-Vorstand aufgefordert wird, eine Richtlinie zu Arbeitsrechten zu verabschieden und öffentlich bekannt zu machen. Diese Richtlinie soll es Elon Musk erschweren, die Bemühungen der Mitarbeitenden, Gewerkschaften zu gründen oder beizutreten, zu untergraben oder zu behindern.

Auch zum Thema „Wasser“ gibt es einen Aktionärsantrag: Die US-amerikanische NGO As You Sow ruft die Geschäftsleitung dazu auf, Teslas Wasserrisiken sowie alle Strategien und Praktiken zur Verringerung dieser Risiken – von der Standortwahl von Anlagen bis hin zur Vorbereitung auf die Verringerung der Wasserversorgung im Zusammenhang mit dem Klimawandel – zu bewerten und darüber zu berichten. 

Einige der Anträge haben gute Chancen auf Erfolg, sodass sich Tesla anders als bislang gewohnt mit diesen Themen auseinandersetzen muss, und somit v.a. eine Verbesserung für die Belegschaft möglich ist. Insgesamt zeigen die Anträge aus unterschiedlichen Ländern, dass Active Ownership massiv an Bedeutung gewinnt.

Gelingt es Tesla-Aktionär*innen für bessere Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden bei Tesla zu sorgen?

Foto von Andreas von Angerer (Quelle: Inyova)

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