Regional ungleiche Beteiligung bei Präsidentenwahl in Kenia

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Nairobi, 09. Aug (Reuters) – Bei der Präsidentenwahl in Kenia zeichnen sich regional große Unterschiede in der Wahlbeteiligung ab. Während sich in den Hochburgen der beiden Favoriten – Vizepräsident William Ruto und Oppositionsführer Raila Odinga – am Dienstag lange Schlagen vor den Wahlstationen bildeten, blieben andernorts zunächst viele Wahlberechtigte der Abstimmung fern. Die Kenianer wählen einen Nachfolger für Uhuru Kenyatta, der nicht wieder antritt, sich mit seinem Stellvertreter Ruto überworfen hat und nun Odinga unterstützt. Umfragen zufolge zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Beobachter fürchten, dass es im Zuge der Wahlen zu neuen Unruhen in dem ostafrikanischen Land kommt.

Nach den Wahlen 2007 und 2017 hatten gewalttätige Auseinandersetzungen Kenia an den Rand eines Bürgerkriegs gebracht. Der 77-jährige Odinga pocht darauf, dass ihm der Wahlsieg bei den letzten drei Präsidentenwahlen gestohlen wurde. In den letzten Umfragen hatte er für die aktuelle Abstimmung einen leichten Vorsprung vor Ruto. Der 55-Jährige wies die Wählerbefragungen daraufhin als gefälscht zurück. Im Wahlkampf hat Ruto die wachsende Verzweiflung der armen Bevölkerung angesichts explodierender Lebensmittelpreise aufgegriffen. Odinga hat sich den Kampf gegen die weit verbreitete Korruption auf die Fahnen geschrieben. Der scheidende Präsident Kenyatta hat einmal eingeräumt, er könne nichts gegen Korruption tun.

Doch vielen Wahlberechtigten fehlt das Vertrauen sowohl in Ruto als auch in Odinga: Laut der Wahlbehörde haben sich vor allem viele junge Menschen gar nicht erst zur Wahl angemeldet. Die Beteiligung, die beim letzten Urnengang bei 80 Prozent lag, könnte auch durch die traditionell große Bedeutung ethnischer Zugehörigkeit bei Wahlen beeinträchtigt werden. So schicken die Kikuyu, die größte Volksgruppe des Landes, dieses Mal keinen eigenen Kandidaten ins Rennen. Kenias Präsidenten gehörten in der Vergangenheit oft den Kikuyu an.

Am Dienstag finden auch die Parlaments- und Lokalwahlen statt. Erste vorläufige Ergebnisse werden am Dienstagabend erwartet, endgültige Resultate erst in einigen Tagen. Damit es bei der Präsidentenwahl nicht zu einer Stichwahl kommt, muss einer der Kandidaten nicht nur insgesamt mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, sondern auch 25 Prozent der Stimmen in mehr als der Hälfte von insgesamt 47 Bezirken bekommen.

Regional ungleiche Beteiligung bei Präsidentenwahl in Kenia

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Titelfoto: Symbolfoto

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