Dubai, 11. Okt – Im Iran werden offenbar Panzer in die Hochburg der regierungskritischen Demonstrationen verlegt. Videos auf sozialen Medien zeigten am Dienstag dunkelgrüne Panzer, die auf Lastwagen in Richtung kurdischer Gebiete transportiert wurden. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Bilder nicht überprüfen. Die Regierung werde „die verzweifelten antirevolutionären Bemühungen neutralisieren“, sagte Innenminister Ahmad Vahidi.
Zudem bekräftigte er den Vorwurf, dass die Proteste von kurdischen Dissidenten aus dem Ausland vorangetrieben angetrieben werden. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation „The Kurdistan Human Rights Network“ wurden seit dem Ausbruch der Proteste vor vier Wochen 30 Demonstranten getötet, 825 Personen verwundet und 2000 Menschen verhaftet.
Weiteren unbestätigten Berichten zufolge sollen sich Öl-Arbeiter der Raffinerien Abadan und Kangan sowie des Buschehr Petrochemical Project zum zweiten Tag in Folge an den Protesten beteiligen. Videos in den sozialen Medien zeigen wie die Arbeiter „den Tod des Diktators“ fordern. Damit beziehen sie sich auf den Obersten geistlichen Führer Ajatollah Ali Chamenei. Zudem sollen Demonstranten ein Büro eines Geistlichen in der zentralen Provinz Isfahan angezündet haben, wie aus weiteren unbestätigten Videoaufnahmen hervorgeht.
Auslöser der Protestwelle war der Tod der 22-jährigen Kurdin Mahsa Amini. Sie war am 13. September in Teheran von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie gegen die Regeln zum Tragen eines Kopftuchs verstoßen haben soll. Drei Tage später starb sie. Bei ihrer Beerdigung am 17. September brachen erste Proteste aus, die sich auch gegen die Führung des Landes richteten. Menschenrechtsgruppen geben die Zahl der Toten mit mindestens 185 an.
Proteste in Iran dauern an – Panzer in kurdische Gebiete verlegt
Quelle: Reuters
Titelfoto: Symbolfoto
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