Samstag, April 13, 2024
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Österreichs Bahnverkehr steht am Montag wegen Streik still

UPDATE Österreichs Bahn erwartet nach Streik am Dienstag wieder Regelbetrieb

Wien, 28. Nov (Reuters) – In Österreich erwarten die staatlichen Bundesbahnen (ÖBB) nach dem Streik zu Wochenbeginn ab Dienstag wieder einen planmäßigen Zugverkehr. „Ich möchte nicht ausschließen, dass es bei dem einen oder anderen Zug zu Unregelmäßigkeiten kommt, aber generell erwarte ich, dass wir ab Dienstag wieder mit gewohnter Qualität für unsere Kunden da sind“, sagte ÖBB-Chef Andreas Matthä am Montag im ORF Radio. 

Wegen der gescheiterten Lohnverhandlungen steht in ganz Österreich seit Mitternacht der Zugverkehr still. Für 24 Stunden fallen der Fernverkehr, die Regional- und Nahverbindungen, die S-Bahn und auch die Gütertransporte aus. Etwa 8000 Verbindungen und etwa eine Million Fahrgäste seien davon betroffen. Die ÖBB hatte ihre Fahrgäste bereits am Freitag vorsorglich informiert. Pendlern wurde empfohlen, nicht notwendige Fahrten mit dem Pkw zu vermeiden und im Homeoffice zu bleiben. Im Frühverkehr kam es dennoch vor allem in den Landeshauptstädten und in Wien zu Verzögerungen im Straßenverkehr und Staus. Beim Güterverkehr ist laut ÖBB vorgesorgt worden. „Wir haben angesichts der angespannten Lage versucht, für wesentliche Kunden schon im Vorfeld die Züge in die Werke hineinzustellen. Das sollte großflächig gelungen sein, so dass die Großbetriebe normal arbeiten können“, sagte Matthä. 

Die Gewerkschaft vida hatte zuletzt eine Erhöhung der Kollektivvertrags- und Ist-Löhne für die rund 50.000 Bahn-Beschäftigten um 400 Euro pro Monat gefordert, die Arbeitgeber wollten allerdings nur 208 Euro mehr zahlen plus eine Einmalzahlung von 1000 Euro. Laut Arbeitgebern sei das Angebot von plus 8,44 Prozent höher als sämtliche andere Tarifabschlüsse in anderen Branchen in diesem Jahr. 

Der ÖBB-Chef bezeichnete das Angebot als „mehr als attraktiv“. „Mir fehlt jedes Verständnis für diesen Streik“, sagte Matthä. „Ich halte einen Warnstreik von 24 Stunden für nicht verhältnismäßig und bedaure das für unsere Kunden“, fügte er an. Neben dem materiellen Schaden verwies der Manager auf den entstandenen Imageschaden. „Wir verspielen das Vertrauen und das gute Image, dass wir uns in den letzten Jahren aufgebaut haben in wenigen Stunden“. 

UPDATE Streik bei Österreichs Eisenbahnen hat begonnen

Wien, 28. Nov (Reuters) – In Österreich hat um Mitternacht ein landesweiter Streik der Eisenbahner begonnen. Nach gescheiterten Tarifverhandlungen wird der gesamte Zugverkehr laut Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) bis 24.00 Uhr (MESZ) eingestellt. Auch grenzüberschreitende Verbindungen mit Deutschland, der Schweiz und anderen Ländern seien betroffen. Hier wurden bereits für Sonntagabend Ausfälle angekündigt. Die ÖBB ersuchten die Fahrgäste nicht notwendige Fahrten zu verschieben oder alternative Reisemöglichkeiten zu wählen. 

Die Gewerkschaft vida hatte zuletzt 400 Euro mehr auf alle Kollektivverträge und Ist-Löhne für die 50.000 Eisenbahner im Land gefordert. Das wäre laut Gewerkschaft durchschnittlich etwa ein Gehalts-Plus von mehr als 13 Prozent. Die Arbeitgeberseite besserte ihr Angebot zuletzt auf 8,44 Prozent nach. Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter geben sich gegenseitig die Schuld am Scheitern der Verhandlungen. Am Dienstag soll über die weitere Vorgehensweise beraten werden.

Wien, 27. Nov – In Österreich steht am Montag landesweit wegen eines Streiks der Bahnverkehr still. Auslandsverbindungen sind bereits ab Sonntagabend betroffen. Grund dafür seien gescheiterte Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag der Eisenbahner, teilten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) am Sonntag mit. „Die Sozialpartner konnten nach mehr als zwölf Stunden intensiven Gesprächen leider keine Einigung erzielen“, hieß es in der Mitteilung. Daher habe die Gewerkschaft vida für Montag von 00.00 bis 24.00 Uhr (MEZ), einen Warnstreik angesetzt. 

Auch der grenzüberschreitende Bahnverkehr und der Nachtreiseverkehr seien betroffen, hieß es. Hier werde es von Sonntagabend bis Dienstagfrüh zu Ausfällen bei den Nightjet- und EuroNight-Verbindungen kommen.  Die ÖBB hat eigenen Angaben zufolge ihre Fahrgäste bereits am Freitag vorsorglich informiert. Es werde ersucht, nicht notwendige Fahrten zu verschieben oder alternative Reisemöglichkeiten zu wählen. 

Die Arbeitnehmervertreter der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida hatten zuletzt 400 Euro mehr auf alle Kollektivverträge und Ist-Löhne für die insgesamt 50.000 Eisenbahner gefordert. Das wäre laut Gewerkschaft durchschnittlich etwa ein Gehalts-Plus von mehr als 13 Prozent. 

GEGENSEITIGE SCHULDZUWEISUNGEN 

„Mir fehlt jedes Verständnis für diesen Streik. Die Arbeitgeberseite hat mit 8,44 Prozent das höchste Angebot aller Branchen gestellt. Es ist ganz klar, ein mutwilliger Streik der Gewerkschaft“, sagte ÖBB-Chef Andreas Matthä. Der Manager entschuldigte sich bei den betroffenen Fahrgästen. „Es schmerzt mich, dass unsere Fahrgäste dermaßen in Mitleidenschaft gezogen werden“, sagte er. Die ÖBB werde alles daran setzen, den Betrieb so rasch wie möglich wieder hochzufahren.

Die Gewerkschaft spricht hingegen von einem „Scheinangebot“. Das ursprüngliche Angebot von 200 Euro monatlichem Fixbetrag sei lediglich um acht Euro erhöht worden. „Acht Euro wenden keinen Warnstreik ab“, sagte Gerhard Tauchner, stellvertretender Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida. Die Verantwortung für den Streik liege ausschließlich bei der Wirtschaftskammer, hieß es. Die Verhandler hätten die ganze Nacht versucht, am Verhandlungstisch eine Lösung zu finden. „Wir kämpfen für einen nachhaltigen Teuerungsausgleich, der im Zuge der explodierenden Preise vor allem niedrigere und mittlere Einkommen stärker entlaste“, so Tauchner. 

Arbeitgeber-Chefverhandler Thomas Scheiber bezeichnete die Forderungen als maßlos und das Vorgehen als verantwortungslos. „Die Gewerkschaft nimmt mit ihren unrealistischen Forderungen die gesamte Branche und ihre Kunden in Geiselhaft. Ich entschuldige mich bei allen Fahrgästen, wir konnten den Streik mit dieser Vorgehensweise der Gewerkschaft nicht mehr abwenden“, so Scheiber.

Österreichs Bahnverkehr steht am Montag wegen Streik still

Quelle: Reuters

Symbolfoto: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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