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Lieferprobleme bei Moderna – Impfstoffumsatz-Ziel gesenkt

Frankfurt, 03. Nov – Der US-Biotechkonzern Moderna muss wegen Lieferverzögerungen Abstriche beim Umsatzziel für seinen Corona-Impfstoff in diesem Jahr machen. 2022 werde mit diesen Vakzinen voraussichtlich nur ein Umsatz von 18 bis 19 Milliarden Dollar erzielt statt wie zuvor erwartet 21 Milliarden Dollar, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Im dritten Quartal sank der Corona-Impfstoffumsatz von Moderna um 35 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar.

Der Nettogewinn des Konzerns schrumpfte auf gut eine Milliarde Dollar von 3,3 Milliarden vor Jahresfrist. Moderna-Chef Stephane Bancel verwies auf die Umstellung auf Impfstoff-Fläschchen mit fünf Impfdosen von zuvor zehn Dosen sowie auf die Einführung der neuen angepassten Omikron-Booster. „Wir sind dabei, viele dieser Probleme zu lösen, während wir hier sprechen“, sagte er. Moderna-Aktien verloren an der Wall Street in der Spitze um bis zu neun Prozent. 

Probleme bei der Qualitätskontrolle beim Auftragshersteller Catalent haben bei Moderna zu einer langsamen Einführung seiner angepassten Corona-Auffrischungsimpfung geführt. So hat die US-Gesundheitsbehörde die im Catalent-Werk hergestellten Dosen nur chargenweise zugelassen. „Man merkt, dass dieses Unternehmen noch in den Kinderschuhen steckt, im Gegensatz zu Pfizer, das bereits fertig ist und produzieren und ausliefern kann“, urteilte Analystin Sara LaFever von Citeline.

Konkurrent Pfizer hatte erst vor wenigen Tagen die Prognose für seinen mit dem deutschen Biotechunternehmen BioNTech entwickelten Corona-Impfstoff angehoben und erwartet nun mit 34 Milliarden Dollar zwei Milliarden mehr als bislang – dank des zusätzlichen Geschäfts mit den angepassten Omikron-Boostern. Die Nachfrage nach den ursprünglichen Corona-Impfstoffen hat weltweit allerdings nachgelassen und auch die Impfkampagnen mit den angepassten Omikron-Auffrischungsimpfungen in den USA und Europa kommen nur langsam in Schwung. Die Nachfrage nach dem ursprünglichen Covid-19-Impfstoff Comirnaty von Biontech und Pfizer ging im dritten Quartal deutlich zurück, etwa weil eine Liefervereinbarung mit der Europäischen Kommission auf das vierte Quartal verschoben wurde.

Auch Moderna hatte Anfang des Jahres zugestimmt, Lieferungen im Rahmen seines Vertrags mit der EU auf Ende 2022 oder Anfang 2023 zu verschieben. Außerdem kündigte das Unternehmen einen bestehenden Vertrag mit der Impfstoffallianz GAVI und schloss stattdessen eine neue Vereinbarung über die Lieferung von bis zu 100 Millionen Dosen seines neuen Boosters im kommenden Jahr für ärmere Länder.

Aus den unterzeichneten Corona-Impfstoffverträgen für das nächste Jahr rechnet Moderna mit einem Umsatz von 4,5 bis 5,5 Milliarden, während Analysten 9,5 Milliarden Dollar erwarten. Nach Angaben von Moderna sind in der Prognose aber erwartete Verträge mit Ländern wie den USA und Japan nicht enthalten. Sie stelle vielmehr eine Untergrenze dar.

Lieferprobleme bei Moderna – Impfstoffumsatz-Ziel gesenkt

Quelle: Reuters

Titelfoto: Bild von torstensimon auf Pixabay

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