Landwirtschaftliche Erzeugerpreise steigen nicht mehr ganz so schnell

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Berlin, 15. Aug (Reuters) – Die Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte haben ihre Preise im Juni nicht mehr ganz so stark erhöht wie in den Vormonaten. Sie stiegen um durchschnittlich 33,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Im Mai hatte es noch ein Plus von 35,6 Prozent gegeben, im April sogar von 40,0 Prozent. Verglichen mit dem Vormonat fielen die Preise sogar, und zwar um 1,9 Prozent. 

Pflanzliche Produkte verteuerten sich binnen eines Jahres mit 35,7 Prozent stärker als tierische Erzeugnisse mit 32,8 Prozent. Das ist vor allem der Entwicklung bei Getreide geschuldet: Es kostete 59,3 Prozent mehr als im Juni 2021 und verteuerte sich damit überdurchschnittlich. Ausschlaggebend hierfür ist die Verknappung des Angebots infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine. Dadurch hat sich die ohnehin angespannte Situation auf dem Weltmarkt mit einer hohen Nachfrage im In- und Ausland nochmals verschärft.

Die Erzeugerpreise für Obst fielen im Juni um 11,0 Prozent zum Vorjahresmonat. Billiger wurden hier beispielsweise Tafeläpfel (-16,2 Prozent) und Erdbeeren (-8,5 Prozent). Gemüse verteuerte sich um durchschnittlich 2,9 Prozent, wobei insbesondere für Blumenkohl (+36,2 Prozent) und Spargel (+35,2 Prozent) mehr bezahlt werden musste. Bei Speisekartoffeln hielt der Anstieg der vergangenen Monate an: Sie kosteten 116,1 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor.

Der Milchpreis kletterte um 44,9 Prozent nach oben. Eier verteuerten sich um 28,2 Prozent, „was unter anderem an den gestiegenen Energie-, Transport- und Verpackungskosten liegt“, wie die Statistiker ermittelten. Die Preise für Tiere stiegen um 23,5 Prozent. „Die hohen Preise resultieren hier weiterhin unter anderem aus den gestiegenen Energiekosten und Futtermittelpreisen“, hieß es dazu.

Nahrungsmittel gehören neben Energie zu den stärksten Inflationstreibern in Deutschland. Verbraucher mussten dafür im Juli durchschnittlich 14,8 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor, während die Inflationsrate mit 7,5 Prozent deutlich niedriger liegt. Teure Energie und gestörte Lieferketten machen viele Lebensmittel teurer.

Landwirtschaftliche Erzeugerpreise steigen nicht mehr ganz so schnell

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Foto: Symbolfoto

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