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Kryptobörse Binance darf keine Stablecoins mehr ausgeben

London/Frankfurt, 13. Feb – Die weltgrößte Kryptobörse Binance darf vorerst keine neuen Münzen ihrer an den Dollar-Kurs gekoppelten Digitalwährung Binance USD ausgeben. Die zuständige US-Behörde New York Department of Financial Services (NYDFS) habe dies angeordnet, teilte Binance-Chef Changpeng Zhao am Montag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. 

Die Ausgabe und den Umtausch dieses „Stablecoins“ übernahm bislang der in New York ansässige Dienstleister Paxos. Dieser kündigte nun das Ende der Zusammenarbeit mit Binance in diesem Bereich an. Kunden könnten aber bis mindestens Februar 2024 ihre Binance USD in US-Dollar oder die firmeneigene Kryptowährung Pax Dollar umtauschen. Die NYDFS kündigte an, diesen Prozess aufmerksam zu verfolgen. Laut Aussage des Binance-Chefs Zhao hat Paxos versichert, dass sämtliche ausgegebenen Binance USD durch Reserven von ihnen gedeckt seien. 

Der Kurs der Cyber-Devise reagierte zunächst kaum und lag bei 0,9992 US-Dollar. Sie wird von den Kunden der Kryptobörse für Handelsgeschäfte genutzt. 

RÜCKSCHLAG FÜR DIE KRYPTOBRANCHE

Die NYDFS bezeichnete das Verbot „als Ergebnis mehrerer ungelöster Probleme im Zusammenhang mit der Überwachung der Beziehung von Paxos zu Binance durch von Paxos ausgegebene Binance USD“. Weitere Details nannte sie nicht. 

Am Wochenende hatte das „Wall Street Journal“ berichtet, die US-Börsenaufsicht SEC wolle Paxos verklagen, weil es sich bei Binance USD um ein nicht lizensiertes Wertpapier handele. Der Regulierer war zunächst nicht für einen Kommentar zu erreichen. „‚Falls‘ Binance USD von den Gerichten als Wertpapier eingestuft wird, wird dies tiefgreifende Auswirkungen darauf haben, wie sich die Krypto-Industrie in den Ländern, in denen sie als solches eingestuft wird, entwickelt (oder nicht entwickelt)“, warnte Zhao auf Twitter. 

Analyst Marcus Sotiriou von dem auf Kryptowerte spezialisierten Broker GlobalBlock bezeichnete das Vorgehen der Behörden als überzogen. „Die SEC stuft Binance USD als Wertpapier ein, obwohl direkt an den Kurs gebundene Stablecoins keine Gewinnerwartung und einen festen Preis haben – wie Geschenkgutscheine.“ Er kritisierte außerdem mangelnde Richtlinien, welche Voraussetzungen Kryptofirmen für eine Registrierung bestimmter Produkte erfüllen müssten. Stattdessen würden Anträge schlicht abgewiesen. 

USA ZIEHEN DIE DAUMENSCHRAUBEN AN

Binance und die Kryptowährungsbranche insgesamt sind schon seit längerem im Visier der US-Behörden. Ermittler werfen ihnen unter anderem Geldwäsche und die Umgehung von Sanktionen vor. So wurde die Kryptobörse Bitzlato im Januar geschlossen und ihr Chef verhaftet. Binance war einer der größten Geschäftspartnervon Bitzlato. Kurz zuvor hatte die SEC ihr Veto gegen den Kauf der Insolventen Kryptobank Voyager durch Binance eingelegt. 

Mit einer Marktkapitalisierung von etwa 16 Milliarden Dollar ist Binance USD dem Branchendienst CoinMarketCap.com zufolge die weltweit siebtgrößte Kryptowährung und die Nummer drei bei den Stablecoins. Diese Gruppe von Cyber-Währungen geriet 2022 in die Schlagzeilen, als der Kurs von TerraUSD kollabierte und einige Kryptobanken in die Insolvenz riss. Kritiker befürchten, dass Emittenten nicht über ausreichende Reserven verfügen, um bei Bedarf sämtlichen Haltern von Stablecoins ihr Geld auszahlen zu können. 

Kryptobörse Binance darf keine Stablecoins mehr ausgeben

Quelle: Reuters

Symbolfoto: Bild von Víctor González auf Pixabay

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