Omikron, Tapering & Jahresendrallye

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Jahresendrallye: ein Artikel von Chefanalyst Uwe Wunderle, GBE brokers

Nach dem Kursrutsch der Vorwoche starteten die Aktienmärkte in diese Handelswoche wie entfesselt. Ein Grund für den Kursanstieg am Montag waren optimistische Aussagen über die Omikron-Variante des Corona-Virus. Einige Marktteilnehmer verwiesen auf einen Artikel des Medical Research Council aus Südafrika, wonach die Omikron-Symptome milder ausfallen sollen als bei früheren Varianten. Anthony Fauci, der oberste medizinische Berater der Regierung in den USA, äußerte sich ähnlich. Omikron sei „offenbar nicht sehr schwerwiegend“, sagte er.

Die vorherrschende Lethargie und Nervosität der Anleger kehrte jedoch gerade dann zurück, als der Termin der Fed-Sitzung näher rückte. Die meisten Marktbeobachter erwarten, dass die Fed am Mittwoch beschließen wird, die Reduzierung der Anleihekäufe zu beschleunigen (Tapering). Experten rechnen mit einer monatlichen Reduzierung um 30 Milliarden Dollar ab Januar. Dies würde den Tapering-Prozess bereits im März beenden und den Weg für Leitzinserhöhungen frei machen.

Wie steht es mit einer Jahresendrallye im DAX?

Der deutsche Leitindex zeigte in den vergangenen Tagen zwei unterschiedliche Gesichter. Nachdem der Index in der vergangenen Woche ohne Rückschläge bis auf 15.846 Punkte gestiegen war, wendete sich das Blatt und starke Gewinnmitnahmen drückten ihn bis auf 15.527 Punkte. Eine erste Gegenreaktion zu Wochenbeginn verpuffte schließlich und der einsetzende Verkaufsdruck führte den Leitindex am Dienstag wieder auf 15.454 Punkte zurück.

Trotzdem lassen die starken Gegenreaktionen der letzten Tage weiterhin auf eine Jahresendrallye hoffen. Dafür müsste jedoch der Index im nächsten Erholungsschritt den Tageshandel mit Kursen über der blauen 50-Tage-Linie, die aktuell bei 15.680 Punkten verläuft, beenden. Dies sollte dem DAX frische Buying-Power geben, um die nächste Hürde bei 15.846 Zählern in Angriff zu nehmen. Es ist gut vorstellbar, dass der Anstieg sich ohne größere Korrekturen bis zur Widerstandszone zwischen 15.926 und 15.963 Punkten fortsetzt, ehe es dort zu einem stärkeren Kursrücksetzer bis auf 15.846 Punkten kommen kann. Schlagen hier die Käufer wieder zu, könnte die nächste Aufwärtswelle den DAX zu seinem ehemaligen Rekordhoch bei 16.032 Zählern führen.

Damit dieses Szenario auf der Oberseite weiterhin Bestand hat, sollten die DAX-Kurse in der Nähe der orangen 200-Tage-Linie (aktuell bei 15.490 Punkten) bleiben. Intraday-Kursrücksetzer bis auf 15.420 Zählern stellen dabei noch keine Gefahr dar, solange am Ende des Tages ein Kurs darüber gelingt. Unter 15.420 Punkten dürfte der Abwärtsdruck zunehmen und die nächste Unterstützung bei 15.328 Zählern wird dann in den Vordergrund rücken. In diesem Bereich bestehen gute Chancen auf die Ausbildung einer neuen Kaufwelle in Richtung der 15.800er-Marke. Erst bei Schlusskursen unterhalb der Horizontalunterstützung bei 15.154 Punkten droht die Gefahr, dass die seit dem Rekordhoch bei 16.299 Zählern gestartete Abwärtsbewegung bis auf 14.805 Punkten weiter geht und die Hoffnung auf eine Jahresendrally verpufft.

Jahresendrallye

Quelle: GBE brokers

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