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Donnerstag, Dezember 1, 2022

Iran verschärft Vorgehen gegen Demonstranten in Kurdengebieten

Expertenmeinungen

Dubai/London, 10. Okt – Der Iran hat am Montag sein Vorgehen gegen regierungskritische Demonstranten in den kurdischen Regionen offenbar verschärft. Unbestätigte Meldungen auf sozialen Medien und Videos zeigten Proteste in ein Dutzend Städten sowie schwere Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Menschenrechtsgruppe Hengaw berichtete von einem Großaufgebot von Sicherheitskräften in den kurdischen Städten Sanandadasch, Sakes and Diwandareh. Mindestens fünf kurdische Bewohner der Region seien seit Samstag ums Leben gekommen. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Angaben nicht überprüfen.

Weiteren unbestätigten Berichten zufolge sollen sich inzwischen auch Öl-Arbeiter der Raffinerien Abadan und Kangan sowie des Buschehr Petrochemical Project an den Protesten beteiligen. Eine Stellungnahme des Ölministeriums lag nicht vor, auch hier war eine unabhängige Prüfung nicht möglich. Bislang haben Studenten und Schüler eine zentrale Rolle bei Protesten gespielt. Die Machtübernahme der Geistlichen im Iran vor vier Jahrzehnten wurde unter anderem durch Massenproteste sowie Streiks der Öl-Arbeiter und von Händlern vorangetrieben.

Auslöser der jetzigen Protestwelle war der Tod der 22-jährigen Kurdin Mahsa Amini. Sie war am 13. September in Teheran von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie gegen die Regeln zum Tragen eines Kopftuchs verstoßen haben soll. Drei Tage später starb sie. Bei ihrer Beerdigung am 17. September brachen erste Proteste aus, die sich auch gegen die Führung des Landes richteten. Menschenrechtsgruppen geben die Zahl der Toten mit mindestens 185 an. Zahlreiche Staaten, darunter Deutschland, haben sich hinter die Demonstranten gestellt. Großbritannien kündigte am Montag Sanktionen gegen die Moralpolizei an und schloss sich damit anderen Staaten an. Die Regierung in Teheran macht Feinde im Ausland für die Proteste verantwortlich.

Iran verschärft Vorgehen gegen Demonstranten in Kurdengebieten

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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