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Montag, Februar 6, 2023

5 Geheimnisse über Rückenschmerzen, die Ihnen bisher noch niemand verraten hat

Expertenmeinungen

Fast jeder klagt über „Rücken“! Es gibt kaum einen Deutschen, der noch nie Rückenschmerzen verspürt hat. Bei vielen Menschen kommt es sogar zu chronischen Schmerzen. Am liebsten möchte man die Schmerzen so schnell wie möglich wieder loswerden. Doch was hilft dagegen? Viele greifen zu vermeintlich “altbewährten” Methoden. Können diese Maßnahmen gegen Rückenschmerzen helfen oder verschlechtern sie die Problematik zusätzlich?

Schmerzexperte Alexander Srokovskyi gibt 5 überraschende Antworten zum Thema Rückenschmerzen, die Ihr Leben nachhaltig verändern können.

1. Was von selbst kommt, geht von selbst?

Man meint oft, Rückenschmerzen “aussitzen” zu können, wenn sie nicht so schlimm sind, dass man sich kaum mehr bewegen kann. Es kann auch tatsächlich passieren, dass der Körper eine Schonhaltung einnimmt und dadurch die Schmerzen nach mehreren Wochen besser werden oder gar verschwinden. Bei Schonhaltungen belastet der Körper jedoch andere Strukturen mehr, die wiederum nicht dafür ausgelegt sind, was im Laufe der Zeit zu stärkeren Beschwerden und strukturellen Schäden führt. Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, auch kleinste Schmerzen und Verspannungen ernst zu nehmen und diesen rechtzeitig entgegenzuwirken. Eine tägliche Übungs-Routine von nur wenigen Minuten kann dafür bereits hilfreich sein.

2. Massage hilft gegen Rückenschmerzen?

Zuallererst ist es wichtig zu verstehen, warum die Muskulatur überhaupt verspannt ist. Muskulatur verspannt, wenn sie mit der Tätigkeit, die sie ausführt, überfordert ist. Massagen führen hierbei lediglich zu einer temporären Symptomlinderung, allerdings zu keiner wirklichen Verbesserung.

Nur wer die Muskulatur funktionell kräftigt und die Haltung optimiert, kann überlastete Muskelgruppen, wie beispielsweise im Nacken, nachhaltig entlasten und somit Schmerzen vermeiden. Gesunde Körperhaltung führt nämlich dazu, dass Muskeln gleichmäßiger belastet werden und aufgrund dessen nicht mit der alltäglichen Haltearbeit überfordert sind.

3. Bettruhe ist heilungsfördernd?

Bei akuten Schmerzen würde man am liebsten den ganzen Tag im Bett liegen und warten, bis es vorbeigeht. Bewegung wird verständlicherweise oft vermieden, wenn Sie wehtut, jedoch ist diese essentiell für den Heilungsprozess, da wir ohne sie den Stoffwechsel für Muskulatur und Gelenke herunterfahren und das Thromboserisiko erhöhen.

Man sollte natürlich keinesfalls übertreiben, wichtig ist aber, dass man frühzeitig mit einem leichten Übungsprogramm anfängt, welches die Schmerzen nicht provoziert. Somit aktivieren wir nicht nur den Stoffwechsel, sondern auch die Muskelgruppen, um den betroffenen Bereich zu stabilisieren und schneller wieder fit zu werden.

4. Schmerztabletten helfen bei Rückenschmerzen?

Schmerztabletten bleiben bei Rückenschmerzen ohne Entzündung fast gänzlich wirkungslos. Aktuelle Studien kamen zu dem Ergebnis, dass selbst die schmerzstillende Wirkung von Placebos im Vergleich höher ist als die der Schmerztabletten. Es ist auch wichtig zu verstehen, dass der Körper uns mit Schmerzen immer auf ein Problem hinweisen möchte. Um Schäden zu vermeiden, sollte man bei Rückenschmerzen immer nach der Ursache suchen, anstatt dem Körper “Redeverbot” zu erteilen.

5. Haltungsoptimierung ohne Training?

Schon als Kind bekommen wir immer wieder gesagt: “Setz dich doch mal gerade hin!” Aber ist es auch wirklich sinnvoll, so an der Haltung zu arbeiten? 

Wir sollten eher hinterfragen, warum unser Körper eine vermeintlich bequeme, aber krumme Haltung einnehmen möchte. 

Der Körper macht dies, um die Strukturen zu schonen, also um Schäden zu vermeiden. So paradox es klingt, aber Langzeitstudien kamen genau zu diesem Ergebnis. Wer viel sitzt, steht oder asymmetrische Tätigkeiten ausübt, speichert sozusagen das falsche Programm in seinem Muskelgedächtnis ab, deshalb ist ein regelmäßiges „Software-Update“ für die Muskulatur unerlässlich. Wer seine Haltung nachhaltig optimieren möchte, sollte dies also durch ein Training des “Muskel-Gedächtnisses” tun, hierfür reichen bereits 3 Minuten täglich.

Autor

Alexander Srokovskyi ist studierter Physiotherapeut mit Qualifikationen im Bereich Sportphysiotherapie, Sportosteopathie, Osteopathie, Neurorehabilitation, Handtherapie und Neuroathletik. Als gefragter Experte schreibt er für den Droemer & Knaur Verlag, sowie für zahlreiche internationale Zeitschriften und Fachmagazine.

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