Donnerstag, April 18, 2024
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4 Dinge, die E-Commerce-Startups beachten müssen, wenn sie ihr Fulfillment auslagern

Die Peak-Season im E-Commerce ist in vollem Gange und viele Brands kommen mit dem Pakete packen kaum hinterher. Eine Verschnaufpause ist für sie kaum in Sicht, denn nach der Order-Flut kommen die Retouren nach Weihnachten. Viele Unternehmen stellen sich zu dieser Zeit die Frage, ob es nicht einfacher wäre, die Logistik den Profis zu überlassen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, an Outsourcing zu denken?

Eins ist klar: Der Online-Handel in Deutschland wächst und wächst. Laut Branchenverband bevh verzeichnete der E-Commerce 2021 einen Umsatz von knapp 100 Milliarden Euro. Zwar verlangsamt sich das Wachstum aktuell aufgrund der anhaltenden Kaufkrafteinbußen leicht, viele junge D2C-Marken können aber weiterhin vom pandemiebedingten Boom profitieren. Mit dem Erfolg kommen aber auch einige Herausforderungen auf Brands zu – gerade in der Logistik. Diese haben einen enormen Einfluss auf die Kundenzufriedenheit. Denn reibungsloses Fulfillment spielt für die Kundenerfahrung und den Markenerfolg eine entscheidende Rolle im E-Commerce.

Die Konkurrenz im Onlinehandel ist mindestens so groß wie im stationären Einzelhandel, oft ist der Kampf um die Kunden online sogar härter. Umso wichtiger ist es für E-Commerce-Marken, die eigenen Kunden mit einer einwandfreien Bestellabwicklung zu überzeugen. Die Logistik und die reibungslos funktionierenden Fulfillment-Prozesse sind dabei wesentliche Stellschrauben. Denn die Kunden haben hohe Ansprüche: kurze Versandzeiten, schnelle Lieferung oder auch zügig abgewickelte Retouren.

Egal ob ein Shop 250 oder 10.000 Sendungen im Monat verschickt, Outsourcing ist für viele Marken eine gute Möglichkeit, die Logistik perfekt und flexibel aufzustellen. Doch bei den ersten Schritten zum richtigen externen Setup sollten E-Commerce-Startups einiges beachten.

1. Die eigenen Anforderungen verstehen

Zunächst müssen Onlinehändler klar benennen können, welche Anforderungen das Geschäft an das Fulfillment stellt. Bei der Planung sollten Brands unterscheiden, welche Anforderungen “Must Haves” und welche “Nice to Haves” sind. Müssen Waren zum Beispiel gekühlt gelagert oder versandt werden, ist das eine absolute Mindestanforderung an das Fulfillment, die nicht verhandelbar ist. Andere Dienstleistungen, wie etwa Next-Day-Delivery, sind nicht für jeden Onlinehändler essentiell. Wer hier einen klaren Plan hat, macht sich gut vorbereitet auf die Suche nach dem richtigen externen Dienstleister. 

2. Benötigte Kapazitäten abschätzen 

Am Anfang steht erneut die Bestandsaufnahme. Welche Kapazitäten benötigt der Händler aktuell und wie schätzt er das Wachstum ein? Ein externer Logistikdienstleister sollte mit Blick auf die Zukunft langfristig unterstützen können. Können die vorhandenen Kapazitäten mit dem Wachstum Schritt halten? Kann das Fulfillment Auftragsspitzen aushalten? Der richtige Logistiker sollte Marken in jeder Hoch- und Tiefphase unterstützen können.

3.  Auf Flexibilität achten

Die letzten drei Jahre waren eine regelrechte Achterbahnfahrt für den Onlinehandel. Erst brach die Nachfrage am Anfang der Pandemie ein, dann ging sie durch die Decke und Händler und Lieferketten kamen kaum hinterher. Seit Mitte des Jahres sinkt wegen der steigenden Inflation die Kaufkraft der Deutschen und das Wachstum im Onlinehandel geht leicht zurück. Egal wie es weitergeht, Brands sollten von der Volatilität der letzten Jahre lernen und ihre Logistik entsprechend flexibel aufstellen. Das bedeutet, dass ein externer Dienstleister auf Höhen und Tiefen schnell reagieren kann. Wichtig für Händler ist dabei gerade bei sinkender Nachfrage ein faires Preismodell, das nur tatsächlich erbrachte Leistung in Rechnung stellt. Verträge ohne feste Laufzeit machen externes Fulfillment noch flexibler für D2C-Marken.

4. Perfekte Shopanbindung sicherstellen

Brands sollten die wichtigsten Fulfillment-KPIs stets im Blick haben. Nur so können sie garantieren, dass ihre Prozesse einwandfrei funktionieren und wichtige Benchmarks – wie etwa Versandzeiten unter 48h (besser: 24h), eine Fehlerquote bei der Kommissionierung unter 0,5 % und eine schnelle Abwicklung von Retouren – erreicht werden. Um alles zu überblicken, müssen Unternehmen darauf achten, dass das eigene Shopsystem und das Warehouse Management System (WMS) des externen Dienstleisters perfekt angebunden sind. Nur so können Marken Kunden Transparenz im Bestellprozess bieten. Viele Logistiker arbeiten immer noch mit Legacy-Systemen, die nur begrenzt Shopanbindungen anbieten. 

Gerade bei schnellem Wachstum müssen Unternehmen besonders auf skalierbares, effizientes und flexibles Fulfillment achten. Die Logistik auszulagern, kann für die meisten D2C-Player eine kostengünstige und einfachere Lösung sein. So stellen sie sicher, dass ihrem Wachstum und Erfolg langfristig nichts im Wege steht.

4 Dinge, die E-Commerce-Startups beachten müssen, wenn sie ihr Fulfillment auslagern

Autor

Nico Szeli ist Gründer und Managing Director des LogTech-Startups Warehousing1. Das Unternehmen ist ein führendes On-Demand Fulfillment-Netzwerk in Europa.

https://www.linkedin.com/company/warehousing1

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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