Kommentar zur Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) von Roger Rüegg, Leiter Multi-Asset-Solutions bei Swisscanto/ZKB:
Die EZB lässt sich von den im März gestiegenen Energiepreisen nicht zu Zinserhöhungen verleiten und belässt den Leitzins bei 2,0 Prozent. Sie folgt damit den anderen Zentralbanken – mit Ausnahme Australiens, dort allerdings aus anderen Gründen.
Wir gehen daher davon aus, dass die EZB ihren Kurs im Verlauf des Jahres nicht ändern wird. Die Erwartung der Märkte, dass die EZB die Zinsen im Jahr 2026 um ca. 50 Basispunkte (Bp) anheben würde, hatten wir für überzogen gehalten. Viele Marktteilnehmer zogen den Vergleich zum Schock im Jahr 2022 – allerdings waren damals die Fiskal- und die Geldpolitik infolge der Covid-Pandemie außergewöhnlich expansiv, mit erheblichen Engpässen in den Lieferketten. Heute ist die Geldpolitik in Europa dagegen neutral und entspricht einer Inflation von 2,0 Prozent im Rahmen einer leichten konjunkturellen Beschleunigung. Auch stellt die Währungsentwicklung kein gewichtiges Argument für die EZB dar: Beim aktuellen Kurs von 1,15 Euro/US-Dollar ist der Euro nicht weit vom 10-jährigen Durchschnitt entfernt.
Aus der Sicht eines gemischten Portfolios sind die 100 Bp Zinsdifferenz zwischen den 3,0 Prozent am langen und den 2,0 Prozent am kurzen Ende auf der Zinskurve ansprechend. Selbst während des Inflationsanstiegs auf über 10 Prozent Ende 2022 war diese Differenz nicht so hoch.
Foto/Quelle: Roger Rüegg, Leiter Multi-Asset-Solutions bei Swisscanto/ZKB (jpg) (Foto: Swisscanto)
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