Explosion der Corona-Zahlen bis Februar befürchtet – Sorge um Arbeitskräfte

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Berlin, 21. Jan (Reuters) – Der von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erwartete Anstieg der Corona-Neuinfektionen auf mehr als 400.000 Fälle pro Tag Mitte Februar alarmiert auch die Wirtschaft. Während Ökonomen eine durch die Virus-Variante Omikron ausgelöste Rezession befürchten, bangen Branchen vom Transportgewerbe bis zum Einzelhandel, ob sie in den kommenden Wochen noch ausreichend Mitarbeiter zur Verfügung haben. Das Robert-Koch-Institut meldete am Freitag mit 140.160 Neuinfektionen erneut einen neuen Höchststand. Das sind 47.937 Fälle mehr als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg erstmals über die Schwelle von 700.

Lauterbach hatte nach Reuters-Informationen aus Verhandlungskreisen in einer Schalte mit den Staatskanzleichefs von Bund und Ländern am Donnerstag seine Vorhersage präzisiert, dass die Spitze der Omikron-Welle in Deutschland Mitte Februar erreicht werden soll. In einem optimistischen Szenario rechnet der Gesundheitsminister demnach dann mit mindestens 400.000 Corona-Neuinfektionen pro Tag. Sollten die Auffrischimpfungen keine lange Schutzwirkung haben oder zu wenige Menschen geboostert sein, könnte die Zahl sogar auf mehr als 600.000 pro Tag steigen. Lauterbach erwartet in der Folge auch einen deutlichen Anstieg der Zahl der Menschen, die mit einer Corona-Erkrankung ins Krankenhaus müssen.

Corona

Laut RKI gibt es derzeit gut 1,166 Millionen aktive Corona-Fälle – auch diese Zahl steigt täglich. Dazu müssen immer mehr Menschen in Quarantäne, weil sie Kontakt mit Infizierten hatten. Zwar sind in Deutschland gerade die Isolations- und Quarantäne-Zeiten verkürzt worden. Dennoch warnt etwa die Transportbranche angesichts zunehmender Corona-Ausfälle von Lkw-Fahrern vor Lieferengpässen. „Die Situation ist sehr angespannt, weil uns immer mehr Fahrer fehlen“, sagte der Vorstandsprecher des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), Dirk Engelhardt, zu Reuters. „Der Krankenstand ist wegen Corona deutlich erhöht.“ Auch die Einzelhändler bereiten sich angesichts der Corona-Welle auf Personalprobleme vor. „Derzeit funktionieren die Lieferketten in Deutschland, auch wenn es gelegentlich hakt“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes HDE, Stefan Genth.

Die steigenden Corona-Infektionszahlen machen sich auch beim Autobauer Daimler bemerkbar. „Wir sehen leicht steigende Krankenstände quer durch die Republik“, sagte Personalchefin Sabine Kohleisen am Donnerstagabend beim Wirtschaftspresseclub Stuttgart.

Ökonomen befürchten Bremsspuren für die deutsche Wirtschaft. „Wenn es zu sehr vielen Arbeitsausfällen kommt, ist das ein neuer Belastungsfaktor“, sagte der Konjunkturchef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Nils Jannsen, am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. „Eine Rezession wird dadurch wahrscheinlicher.“ Das sieht der Deutschland-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Stefan Schneider, ebenfalls so: „Wir werden eine technische Rezession sehen“.

RKI MELDET INZIDENZ VON 706,3

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg laut RKI auf 706,3 von 638,8 am Vortag und markierte damit einen neuen Rekord. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 170 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 116.485. Insgesamt wurden in Deutschland bislang mehr als 8,46 Millionen Corona-Fälle bestätigt. Gleichzeitig hielt der Trend an, dass die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Krankenhäusern weiter abnimmt: Am Donnerstag lag sie bei 2418. Als Grund dafür werden im Schnitt leichtere Krankheitsverläufe bei einer Infektion durch die nun dominante Omikron-Variante genannt.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen nach wie vor den höchsten Wert mit 1258,7. Dann folgen Berlin mit 1258,3 und Hamburg mit 1221,9. Im Berliner Bezirk Mitte liegt die Sieben-Tage-Inzidenz sogar bei 2200,1.

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