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Donnerstag, Dezember 8, 2022

Europas Börsen legen zu – Turbulenzen bei Credit Suisse

Expertenmeinungen

Frankfurt, 03. Okt – Gestützt auf Kursgewinne der Wall Street stabilisieren sich Europas Börsen. Dax und EuroStoxx50 legten am Montag jeweils etwa 0,8 Prozent auf 12.209 beziehungsweise 3342 Punkte zu. Der US-Standardwerteindex Dow Jones rückte rund zwei Prozent vor, nachdem er am Freitag rund 1,7 Prozent verloren hatten. 

Nervös machten Investoren die Turbulenzen um die Credit Suisse, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Der Chef der kriselnden Schweizer Großbank, Ulrich Körner, hatte in einer Mitteilung an die Belegschaft die starke Bilanz des Instituts hervorgehoben. Er reagierte damit auf den kräftigen Anstieg der sogenannten Credit Default Swaps (CDS) am Freitag. Dabei handelt es sich zum Ausfallversicherungen für Anleihen. Dies erinnere stark an 2007, als sich die Finanzkrise zusammenzubrauen begann, kommentierte Aslam. 

Auf Basis der Zahlen für das zweite Quartal betrachte er die Kapital- und Liquiditätslage des Instituts als gut, betonte Analyst Kian Abouhossein von der Bank JPMorgan. Der Anstieg der CDS müsse im Kontext der unsicheren Konjunkturaussichten gesehen werden. Auch für andere Geldhäuser hätten sich die Ausfallversicherungen zuletzt verteuert. Aktien der Credit Suisse fielen in Zürich fielen zeitweise auf ein Rekordtief von 3,52 Franken, schlossen letztlich aber nur knapp ein Prozent tiefer bei 3,94 Franken. Der europäische Banken-Index sackte zwischenzeitlich ebenfalls ab, lag am Ende aber 0,7 Prozent im Plus. 

Dänische Geldhäuser wie Jyske Bank, Sydbank oder Danske Bank erholten sich ebenfalls von ihren Tagestiefs uns schlossen mit einem Abschlag zwischen 1,3 und 1,6 Prozent. „Noch ist es zwar noch nicht so weit, aber Investoren befürchten, dass wir eine neue Finanzkrise bekommen, wo sich die Akteure an den Märkten gegenseitig nicht mehr trauen“, sagte Analyst Per Hansen vom Brokerhaus Nordnet. 

ÖLPREIS UND PFUND STERLING ZIEHEN AN

Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 3,5 Prozent auf 88,15 Dollar je Barrel (159 Liter). Insidern zufolge erwägt die Opec+ eine Reduzierung der Fördermengen um eine Million Barrel pro Tag. Es wäre die größte Kürzung seit Ausbruch der Corona-Pandemie Anfang 2020. Die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt sei hoch, da jede Reduzierung um weniger als 500.000 Barrel pro Tag von Anlegern mit Schulterzucken quittiert würde, schrieben die Analysten der ANZ Bank. Dies verhalf dem Index für die europäische Öl- und Gasbranche zu einem Kursplus von knapp drei Prozent. 

Gefragt war auch das Pfund Sterling, das 1,3 Prozent auf bis zu 1,1334 Dollar zulegte. Die britische Regierung vollzieht nach heftiger Kritik eine Kehrtwende und verzichtet auf die Absenkung des Spitzensteuersatzes. „Das ist wahrscheinlich aber nicht genug, um Vertrauen zurückzugewinnen“, warnte Analyst Lee Hardman von der Bank Mitsubishi UFJ. Es bleibe unklar, was mit der Senkung anderer Steuern und mit den Ausgaben passiere. Die Entlastungen hatten Zweifel an der Stabilität der britischen Staatsfinanzen geschürt und das Pfund zeitweise auf ein Rekordtief zum Dollar gedrückt. Dies rief die Bank von England auf den Plan, die mit einer milliardenschweren Finanzspritze die Märkte zu beruhigen versuchte.

VERKAPPTE GEWINNWARNUNG BEI UNITED INTERNET UND 1&1?

Bei deutschen Unternehmen rückten United Internet und 1&1 ins Rampenlicht. Der Internet-Anbieter und seine Mobilfunk-Tochter erhöhten ihre Ziele für das operative Gesamtjahresergebnis. „Das liest sich aber wie eine indirekte Gewinnwarnung, wenn gleichzeitig die Investitionsziele drastisch gekürzt werden“, sagte ein Börsianer. Die Aktien der beiden Firmen stiegen dennoch um rund drei Prozent. 

In den USA konnte Tesla mit einem Rekordabsatz Investoren nicht überzeugen. Wegen mangelnder Transport-Kapazitäten verzögerte sich die Überführung von Elektroautos des Konzerns, wodurch weniger Wagen an Kunden übergeben wurden als gedacht. Wahrscheinlich seien vor allem in China produzierte Modelle betroffen, so Analyst Jeffrey Osborne vom Vermögensverwalter Cowen. Die Frage sein nun, ob sich das dortige Geschäft abkühle. Tesla-Titel verloren 8,1 Prozent.

Europas Börsen legen zu – Turbulenzen bei Credit Suisse

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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