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Freitag, Dezember 9, 2022

Europas Börsen legen leicht zu – Großbritannien im Blick

Expertenmeinungen

Frankfurt, 17. Okt – Die Hoffnung auf eine nachhaltigere Haushaltspolitik in Großbritannien stützt die europäischen Börsen. Der Dax lag am Montagvormittag 0,4 Prozent höher bei 12.482 Punkten, der EuroStoxx50 gewann 0,3 Prozent auf 3390 Zähler. Auch das Pfund stieg um 0,8 Prozent auf 1,1257 Dollar.

„Die Anleger hoffen, dass Jeremy Hunt ein verlässlicherer Finanzminister ist“, sagte Ben Jones, leitender Analyst beim Vermögensverwalter Invesco. Für eine komplette Erleichterung müsse man allerdings noch sehen, wie sich Hunt langfristig schlage und wie lange Premierministerin Liz Truss im Amt bleibe. Der frisch gekürte Minister will im Tagesverlauf seinen Finanzplan umreißen. Sein Vorgänger Kwasi Kwarteng hatte mit der Ankündigung milliardenschwerer, nicht gegenfinanzierter Steuersenkungen die Börsen in Turbulenzen gestürzt.

BRITISCHE BONDS GEFRAGT – ÖLPREISE ZURÜCK IM PLUS

In Erwartung einer Kehrtwende in der Haushaltspolitik griffen Investoren wieder bei britischen Staatsanleihen zu. Dies drückte die Renditen zehnjähriger britischer Bonds auf 4,06 Prozent, während diejenigen der zweijährigen auf 3,75 Prozent fielen. Parallel dazu ging die Rendite der zehnjährigen Bundestitel auf 2,27 Prozent zurück, nachdem sie in der vergangenen Woche mit 2,423 Prozent den höchsten Stand seit August 2011 erreicht hatte. 

Gleichzeitig setzte der Ölpreis zu einer Erholung an, nachdem er vergangene Woche wegen Nachfragesorgen um mehr als sechs Prozent abgestürzt war. Die Nordsee-Sorte Brent stieg um 90 US-Cent auf 92,55 Dollar je Barrel (159 Liter) und die US-Sorte WTI legte um 84 Cents auf 86,45 Dollar je Barrel zu.

DRÄGERWERK AUF TALFAHRT – MONTE PASCHI-BEZUGSRECHTE FALLEN

Bei deutschen Einzelwerten rückte Drägerwerk ins Rampenlicht, nachdem die Medizintechnik-Firma ihre Gesamtjahresziele gestrichen hatte. Die Papiere steuerten daraufhin mit einem Minus von bis zu 7,5 Prozent auf den größten Tagesverlust seit einem knappen Jahr zu. 

In Mailand stürzten die Bezugsrechte auf neue Aktien der italienischen Krisenbank Banca Monte dei Paschi di Siena ab. Sie verloren zeitweise gut 96 Prozent und kosteten 0,30 Euro. Die bereits gehandelten Titel von Monte Paschi konnten ihre Anfangsgewinne nicht halten und fielen um drei Prozent. Die Minderheitsaktionäre des Geldhauses wollten sich offenbar nicht an der Kapitalerhöhung beteiligen, sagte ein Börsianer. 

Auch Asos-Anleger reagierten wegen Nachverhandlungen von Kreditlinien im Volumen von umgerechnet 404 Millionen Euro nervös. Die Aktien des Online-Modehändlers fielen in London zeitweise um fast zwölf Prozent und waren mit 469,4 Pence so billig wie zuletzt vor zwölfeinhalb Jahren. Bislang verfüge Asos zwar über ausreichend finanziellen Spielraum, schrieb Analyst Andrew Wade von der Investmentbank Jefferies. Er halte den Schritt aber für sinnvoll, um eventuelle künftige Risiken abzudecken.

Europas Börsen legen leicht zu – Großbritannien im Blick

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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