Erholung am Investmentmarkt für Hotelimmobilien – Krise hält aber an

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Frankfurt, 12. Jan (Reuters) – Der Investmentmarkt für Hotelimmobilien hat sich mehreren Branchendienstleistern zufolge zum Jahresende 2021 erholt, die Corona-Krise aber noch nicht überstanden. So wurden nach Zahlen der Beratungsfirma Colliers 2021 knapp 2,6 Milliarden Euro in Hotelimmobilien angelegt, was einem Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der fünfjährige Durchschnitt, in dem auch das schwache Jahr 2020 enthalten ist, wird demnach allerdings um rund 36 Prozent unterschritten. Das Schlussquartal 2021 sei ein versöhnliches Ende gewesen, erklärte der zuständige Colliers-Manager René Schappner am Mittwoch. Mit einem Transaktionsvolumen von über einer Milliarde Euro sei es so stark ausgefallen sei wie kein anderes Vierteljahr seit Ausbruch der Corona-Krise.

Dirk Richolt vom Immobiliendienstleister CBRE sieht weiter eine starke Abhängigkeit von der Entwicklung der Pandemie: Das Transaktionsvolumen von einer Milliarde Euro zum Jahresschluss habe den Hotelinvestmentmarkt 2021 geprägt und sei ohne die Omikron-Virusvariante noch größer ausgefallen. „Um auf das Vor-Corona-Niveau zu kommen, wäre jedoch rund eine Milliarde Euro in jedem Quartal notwendig gewesen“, sagte der CBRE-Head of Operational Real Estate.

TOP-HÄUSER IN GEFRAGTEN STÄDTEN SOWIE UMNUTZUNG IM FOKUS

Im Vordergrund standen 2021 vor allem große Einzelinvestitionen insbesondere in Top-Hotels in gefragten Städten. So gab es laut Colliers allein fünf Einzeltransaktionen von Hotelimmobilien im Wert von über 100 Millionen Euro. Das teuerste Objekt war demnach das im Bau befindliche Hotel Königshof am Stachus in München, das von Geisel Privathotels an die Familie Inselkammer veräußert wurde. Insgesamt aber noch höher im Kurs als die bayerische Landeshauptstadt steht bei den Investoren Berlin, wie BNP Paribas Real Estate mitteilte. So habe es in der Bundeshauptstadt gleich drei Verkäufe im dreistelligen Millionenbereich gegeben. Den dritten Platz habe sich Frankfurt gesichert, wo insbesondere der Verkauf der Villa Kennedy den Gesamtumsatz nach oben getrieben habe.

Dieses Objekt, in dem perspektivisch ein luxuriöses betreutes Wohnen für Senioren betrieben werden soll, ist laut Colliers das prominenteste Beispiel für die Umnutzung von Hotelimmobilien – ein Thema, das den Markt sehr bewegt. Ankäufe zur Umnutzung machten fast ein Fünftel des Marktvolumens aus. „Bestehende Hotelkonzepte werden zunehmend kritisch hinterfragt und bei Objekten mit keinem bestehenden oder nur kurzläufigen Pachtverträgen bietet sich die Prüfung von Umnutzungspotenzialen besonders an“, erklärte Schappner.

Insgesamt werde sich der Markt für Hotelimmobilien 2022 weiter verbessern, aber dennoch weiterhin hinter der Dynamik des gesamten gewerblichen Immobilienmarktes zurückbleiben, sagte der Colliers-Manager. „Trotz der zuletzt guten Nachrichten darf nicht vergessen werden, dass die Hotellerie und damit auch der Investmentmarkt weiter unter der derzeitigen Situation leiden und auch das neue Jahr kein einfaches wird.“ Richolt von CBRE blickt vorsichtig optimistisch in die Zukunft: „Wir erwarten aufgrund sich bereits abzeichnender Transaktionen am Hotelmarkt einen starken Start in das Investitionsjahr 2022, jedoch dürfte der weitere Jahresverlauf nach wie vor deutlich vom Verlauf der Pandemie abhängen.“

Erholung am Investmentmarkt für Hotelimmobilien – Krise hält aber an

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