Druck auf Johnson steigt – Bericht über Partys vor Beerdigung von Prinz Philip

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London, 14. Jan (Reuters) – Der wegen einer Reihe von Skandalen angeschlagene britische Premierminister Boris Johnson gerät weiter unter Druck. Trotz geltender Kontakteinschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie wurden einem Bericht des „Daily Telegraph“ zufolge am 16. April 2021 zwei weitere Partys in seinem Amtssitz in der Downing Street gefeiert – am Vorabend der Beisetzung von Prinz Philip, dem Ehemann von Königin Elizabeth. Johnson befand sich laut dem Bericht zum Zeitpunkt der Partys auf dem Landsitz Chequers. Erst am Mittwoch hatte sich der Premier im Parlament für seine Teilnahme an einer Gartenparty entschuldigt, die es im Mai 2020 inmitten des ersten Corona-Lockdowns gegeben hatte. Die Opposition gab sich damit nicht zufrieden. Sie forderte Johnsons Rücktritt. Und auch in den eigenen Reihen bröckelt der Rückhalt.

Dem „Telegraph“ zufolge muss es bei den Feiern im April 2021 ausgelassen zugegangen sein. Mitarbeiter sollen in einem nahe gelegenen Supermarkt größere Mengen Alkohol gekauft haben, Musik sei über ein Laptop abgespielt worden und eine Schaukel von Johnsons Sohn zu Bruch gegangen. Das alles soll stattgefunden haben, obwohl zu dem Zeitpunkt pandemiebedingt Grenzen für Zusammenkünfte von Personen unterschiedlicher Haushalte galten. Besonders prekär ist zudem, dass die Nation mit Königin Elizabeth II. um deren Gemahl trauerte, der im Alter von 99 Jahren gestorben war. Am Tag nach den Partys in der Downing Street nahm die Queen in der St George’s Chapel Abschied von ihrem Mann, mit dem sie 73 Jahre lang verheiratet gewesen war. Wegen der Corona-Beschränkungen saß sie alleine in einer Bankreihe der Kirche.

Sicherheitsstaatssekretär Damian Hinds sagte dem Sender Sky News, die neuerlichen Berichte hätten ihn schockiert. „Das war eine besonders düstere Zeit für unser ganzes Land.“ Von Johnson selbst lag keine Stellungnahme vor. Aufgrund der aufgeflogenen Partys steckt er mitten in einer der schwersten Krisen seiner Amtszeit, die auch von einer Reihe anderer Skandale überschattet wird, etwa die Verwendung von Spenden bei der Renovierung von Johnsons Dienstsitz. Selbst einige Mitglieder der Konservativen Partei rücken inzwischen von Johnson ab, aus Furcht, sie könnten stellvertretend von ihren Wählern abgestraft werden.

Druck auf Johnson steigt – Bericht über Partys vor Beerdigung von Prinz Philip

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