Digitalverband erwartet robustes Wachstum 2022 – Weltmarktanteil sinkt

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Berlin, 11. Jan (Reuters) – Trotz Pandemie, Lieferengpässen und Fachkräftemangel stellt sich die deutsche Digitalbranche auf Wachstum ein. Der deutsche Markt für IT, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik werde in diesem Jahr um 3,6 Prozent auf 184,9 Milliarden Euro wachsen, sagte der Branchenverband Bitkom am Dienstag voraus. Bis zum Jahresende sollen voraussichtlich 39.000 zusätzliche Jobs geschaffen werden. Aktuell sind den Angaben zufolge 1,25 Millionen Menschen in der Branche beschäftigt.

„Ob Klima, Pandemie oder Standortwettbewerb – Digitalisierung ist die Antwort und ein entscheidender Teil der Lösung der Krisen und Herausforderungen unserer Zeit“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg in Berlin. „Wirtschaft, Staat und große Teile der Gesellschaft wollen die Digitalisierung beschleunigen und investieren in digitale Infrastrukturen, Geräte, Software und Services.“ Bereits 2021 stieg der Umsatz deutlich. Das Volumen wuchs um 3,9 Prozent auf 178,4 Milliarden Euro, was vor allem am guten Geschäft mit IT-Hardware und Software lag. „Die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung Schwung gegeben und das belebt den Markt“, sagte Berg dazu.

Digitalverband

In den vergangenen fünf Jahren hat die Branche nach Angaben von Bitkom mehr als 150.000 neue Jobs geschaffen. „Die Unternehmen könnten noch weitaus mehr Personal einstellen, aber es fehlt an Spezialistinnen und Spezialisten“, sagte Berg. Quer durch alle Branchen seien aktuell 96.000 Stellen für IT-Fachkräfte unbesetzt. „Das bedeutet weniger Wachstum, weniger Wertschöpfung und weniger Innovation – und bremst uns bei der Digitalisierung aus und vergrößert den Abstand zu den Vorreitern wie den USA“, sagte Berg.

Im globalen Maßstab spiele der deutsche Markt eine untergeordnete Rolle. Deutschlands Anteil an den weltweiten Ausgaben für Informations- und Kommunikationstechnik liege 2022 voraussichtlich bei 3,9 Prozent, rechnete Bitkom vor. Er gehe von Jahr zu Jahr zurück, weil die Investitionen und Ausgaben in anderen Ländern schneller wachsen würden – neben den USA (+4,7 Prozent) besonders im asiatischen Raum. Wachstumsspitzenreiter sind demnach Indien (+9,1 Prozent) und China (+5,3 Prozent). 

Digitalverband erwartet robustes Wachstum 2022 – Weltmarktanteil sinkt

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