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Donnerstag, Dezember 1, 2022

Die Fed fürchtet den starken Dollar nicht

Expertenmeinungen

Die am 20. und 21. September bevorstehende Fed-Sitzung kommentiert das Team von PGIM Fixed Income:

Der US-Dollar hat sich im Jahr 2022 weiterhin als eine der am besten abschneidenden Anlageklassen erwiesen und seine Rendite seit Jahresbeginn (YTD) ist eine der stärksten seit 1973. Angesichts der weitreichenden Konsequenzen der Dollarstärke – von Rentabilitätseinbußen für multinationale US-Unternehmen bis hin zur Fähigkeit von Emittenten aus Schwellenländern, ihre Schulden in harter Währung zu bedienen – betrachten wir die Nachhaltigkeit des Dollartrends aus zyklischer Sicht.

Zum jetzigen Zeitpunkt sprechen aus unserer Sicht mehrere Gründe dafür, warum der Dollar weiteren Spielraum nach oben hat. Dazu gehören die reale Renditedifferenz zwischen den USA und Europa & Japan, die Outperformance des US-Wachstums, die das reale BIP fast wieder auf seinen Trend vor der Pandemie gebracht hat, die Wende im geldpolitischen Zyklus der Schwellenländer, die Entwicklung der USA als Nettoenergieexporteur und die anhaltende Stärke der US-Kapitalzuflüsse.

Wenn man die Rolle der Geldpolitik bei der Beeinflussung der Entwicklung des Dollars betrachtet, glauben wir nicht, dass die Fed übermäßig besorgt über die Stärke der Währung ist angesichts des bedeutenden Beitrags der Exporte zum realen BIP, des Rückgangs der Importpreise (ohne Brennstoffe) im Verhältnis zum realen effektiven Wechselkurs des Dollars in den vergangenen 12 Monaten und der relativ akkommodierenden finanziellen Bedingungen in den Schwellenländern. 

Die anhaltende Stärke des Dollars wirft die Frage nach möglichen Faktoren auf, die den Trend untergraben könnten. Zu diesen Überlegungen gehört eine Divergenz in der Geldpolitik, wenn die Fed zum Jahresende eine Pause signalisiert (was nach dem unerwartet starken Anstieg des Verbraucherpreisindex am Dienstag allerdings zunehmend fraglich ist), während andere große Zentralbanken angesichts hoher Energiepreise und fiskalischer Unterstützung ihre Leitzinssäte weiter erhöhen. Wir glauben auch, dass die Fed eine vorsichtige Haltung einnehmen könnte, wenn die Dollarstärke eine rasche Verschärfung der finanziellen Bedingungen in den Schwellenländern auslöst. Ein zusätzliches Risiko könnte entstehen, wenn die Kapitalzuflüsse versiegen und das Leistungsbilanzdefizit der USA schwieriger zu finanzieren ist.

Was die Inflationsaussichten in den USA betrifft, so beobachten wir weiterhin Rohstoffe und Immobilien als Signale für eine Stabilisierung der Preise. In den 1980er Jahren beispielsweise erreichten die Inflation und die Marktzinsen ihren Höhepunkt, als die Rohölpreise einen Höchststand erlangten. Und obwohl die Gesamtkosten für Wohnimmobilien im August um 0,7 % gegenüber dem Vormonat und um 6,2 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind – beides sind die höchsten Werte seit Anfang der 1990er Jahre – scheinen sich die Hauspreisindizes zu stabilisieren. Zugleich wirken die Neubaubestände stabil, obwohl die Zahl der verkauften Neubauimmobilien auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2016 gefallen sind. 

Die Fed fürchtet den starken Dollar nicht

Titelfoto: Symbolfoto

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