Daimler-Truck-Betriebsrat pocht auf Eigenfertigung von E-Antrieb

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Frankfurt, 11. Jan (Reuters) – Daimler Truck muss zur Sicherung von Arbeitsplätzen nach Ansicht des Gesamtbetriebsrats Antriebe von Elektro-Lkw größtenteils selbst entwickeln und herstellen. Oberstes Ziel der Arbeitnehmervertreter sei es, die Beschäftigung möglichst hoch und langfristig stabil zu halten, erklärte Betriebsratschef Michael Brecht am Dienstag. „Deshalb fordern wir, dass Daimler Truck die Schlüsselkomponenten für CO2-freie Antriebe und den gesamten Antriebsstrang selbst entwickelt und in den eigenen Werken auch produziert.“ Das betreffe zum Beispiel Batterien, Zellen und Elektromotoren.

Der seit Dezember eigenständige Lkw-Bauer hatte im Juli mit dem Betriebsrat Eckpunkte zur Umstellung der Komponenten- und Motorenwerke Gaggenau, Kassel und Mannheim auf elektrische Antriebe vereinbart. Damit steht aber noch nicht fest, inwieweit Teile selbst produziert oder von Zulieferern eingekauft werden. Der Betriebsrat forderte, mit der Entwicklung neuer Technologien zu starten und dazu den 1,5 Milliarden Euro schweren Innovationsfonds anzuzapfen, der mit der Abspaltung von Daimler Truck beschlossen worden war. „Denn nur in Eigenregie entwickelte Komponenten haben später die Chance, auch in unseren Werken hergestellt zu werden“, erklärte der stellvertretende Gesamtbetriebsratschef Thomas Zwick.

Daimler

Der Gesamtbetriebsrat vertritt die Interessen der Beschäftigten von Daimler Truck in Deutschland. Das sind rund 37.000 der weltweit mehr als 100.000 Mitarbeiter. Zur Fertigung emissionsfreier Antriebe wird weniger Personal gebraucht als für Verbrennungsmotoren. Daimler Truck steht am Heimatstandort außerdem besonders unter Druck, Kosten zu senken, um das Renditeziel eines operativen Gewinns in Höhe von zehn Prozent des Umsatzes zu erreichen. In Europa erzielte Daimler Truck in den vergangenen Jahren weitaus schlechtere Ergebnisse als in Nordamerika und Asien. 

Daimler-Truck-Betriebsrat pocht auf Eigenfertigung von E-Antrieb

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