Corona- Neuinfektionen schnellen auf Höchstwert von über 80.000

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Berlin, 12. Jan (Reuters) – Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist erstmals über die Schwelle von 80.000 gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Mittwoch binnen 24 Stunden 80.430 zusätzliche Ansteckungen. Das sind gut 21.500 Fälle mehr als vor einer Woche und damit so viele wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz kletterte im Zuge der Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante auf 407,5 von 387,9 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) stellt sich am Mittwoch im Bundestag der Befragung durch die Fraktionen. Dabei wird erwartet, dass die Corona-Politik der Ampel-Regierung und seine Aussagen über eine baldige allgemeine Impfpflicht im Zentrum stehen dürften.

Der designierte FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai sieht trotz der Rekord-Infektionszahlen derzeit keine Notwendigkeit für eine Verschärfung der Corona-Beschränkungen. Die Bundesregierung habe die Situation bisher mit verhältnismäßigen Maßnahmen gut im Griff gehabt, sagte er den Sendern RTL und ntv. „Das ist die Strategie bis jetzt. Und ich glaube, dass man diese Strategie auch fortsetzen wird.“ Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hatte dagegen weitere Maßnahmen wie die Schließung von Fitness-Clubs und der Gastronomie gefordert.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte am Dienstag vor einer explosionsartigen Ausbreitung der Corona-Variante Omikron in Europa gewarnt. In der ersten Woche des neuen Jahres habe es in Europa mehr als sieben Millionen neu gemeldete Covid-19-Fälle gegeben, die sich innerhalb von zwei Wochen mehr als verdoppelt hätten, hatte WHO-Europadirektor Hans Kluge gesagt. Höchstwerte an Infektionen melden auch andere europäische Länder – etwa Frankreich am Dienstag mit fast 370.000 Fällen.

Corona

Auch in Deutschland gilt die Omikron-Variante in weiten Teilen des Landes als dominant. Die Zahl der Neuinfektionen steigt nun bundesweit an, der Schwerpunkt liegt aber weiter im Norden. So wurde für Bremen der Höchstwert von 1296,8 gemeldet. Dahinter folgen Berlin mit 856,4 und Hamburg mit 568,9. Sieben der am schwersten betroffenen zehn Kreise liegen in Berlin. In Schleswig-Holstein beträgt der Wert 633, in Mecklenburg-Vorpommern 426,1. Das RKI meldete zudem, dass 384 weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Virus starben. Damit erhöhte sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 114.735.

Weil Omikron zwar als hochansteckend gilt, aber im Schnitt zu weniger dramatischen Krankheitsverläufen führt, lag die Hospitalisierungsrate am Dienstag bei nur 3,34 – im Vergleich zu Höchstwerten bei der zweiten Pandemie-Welle von mehr als 15. Der Wert gibt an, wie viele Menschen auf 100.000 Einwohner in einer Woche mit einer Corona-Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Allerdings warnen Experten, dass durch die sehr hohe Zahl an Neuinfizierten die absolute Zahl an Patienten dennoch steigen kann. Auf den Intensivstationen deutet sich aber eine leichte Entspannung an: Am Dienstag war die Zahl der schwererkrankten Corona-Patienten in Krankenhäusern auf 3123 gesunken.

WEITERE DEBATTE UM IMPFPFLICHT

Im Bundestag schwelt die Debatte über die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht weiter. Auch die Co-Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Britta Haßelmann, hält nun eine Verabschiedung im ersten Quartal für möglich. Sie plädierte im ZDF für eine allgemeine Impfpflicht ab 18 Jahren. Die SPD-Fraktionsvizevorsitzende Dagmar Schmidt sprach sich im Deutschlandfunk für gemeinsame Gruppenanträge auch mit oppositionellen Unions-Politikern aus.

Die Bundesregierung will keinen eigenen Gesetzentwurf vorlegen. Mit Verweis auf die ethische Frage einer Impfpflicht solle es vielmehr sogenannte fraktionsübergreifende Gruppenanträge von Befürwortern und Gegnern einer allgemeinen Impfpflicht geben. Kanzler Scholz hatte sich für eine Einführung bis Ende Februar oder Anfang März ausgesprochen.

Führende SPD-Politiker sprachen nun davon, dass eine Verabschiedung im März geplant sei. An die Verabschiedung dürfte sich eine Übergangsphase anschließen, so dass eine allgemeine Impfpflicht bei einer Verabschiedung dann im Frühsommer greifen dürfte. Die 16 Ministerpräsidenten hatten sich für eine Impfpflicht ausgesprochen, um auf weitere Pandemie-Wellen im Herbst und Winter vorbereitet zu sein.

Corona- Neuinfektionen schnellen auf Höchstwert von über 80.000

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