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Samstag, Januar 28, 2023

China- und Konjunkturoptimismus treiben Europas Börsen an

Expertenmeinungen

Frankfurt, 27. Dez – Die Hoffnung auf eine Erholung der chinesischen Wirtschaft lockt Anleger zurück an Europas Börsen. Der deutsche Leitindex Dax legte am Dienstagnachmittag 0,8 Prozent auf 14.054 Punkte zu. Sein europäisches Pendant EuroStoxx50 kletterte um 0,7 Prozent auf 3850 Zähler. Auch die Futures für die wichtigsten US-Indizes waren im Plus. Grund für den Optimismus war die angekündigte Aufhebung der Quarantänepflicht für Einreisende nach China ab dem 8. Januar.

Zudem erwarten deutsche Unternehmen einer Reuters-Umfrage zufolge im nächsten Jahr nur eine leichte Rezession. „Aktuell deutet vieles darauf hin, dass sich die Störungen allmählich abbauen: Frachtraten für Containerpreise nähern sich wieder den langjährigen Normalwerten, die Staus vor internationalen Häfen lösen sich langsam auf“, sagte Peter Adrian, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK).

Analysten mahnten allerdings zur Vorsicht. „Da die Infektionsraten in China immer noch steigen, wird der internationale Handel nicht unbedingt sehr schnell auf das Vor-Pandemie-Niveau zurückkehren“, sagte Analystin Susannah Streeter von der Investmentgesellschaft Hargreaves Lansdown. Auch Lara Mohtadi, Analystin bei der schwedischen Bank SEB, rechnet mit keiner Jahresendrally. Es „müsste schon ein kleines Wunder geschehen“, damit 2022 nicht das schwächste Jahr für die globalen Aktienmärkte seit der Finanzkrise 2008 werde.

INDUSTRIEMETALLE UND ÖL ZIEHEN AN

Die Hoffnung auf eine steigende Nachfrage aus China verhalf Industriemetallen wie Kupfer, Zink, Blei und Nickel zu einem Plus von bis zu 1,9 Prozent. „Das derzeitige makroökonomische Umfeld ist relativ günstig für die Kupferpreise“, schrieben Analysten des chinesischen Brokerhaus Huatai Futures. Die Gewinne dürften jedoch zunächst gedämpft sein, da viele Händler zwischen den Jahren verreist sind und die Londoner Metallbörse am Dienstag geschlossen bleibt.

Die China-Hoffnungen sowie Angebotssorgen wegen des schweren Wintersturms in den USA ließen den Ölpreis auf ein Drei-Wochen-Hoch steigen. Rohöl der Nordsee-Sorte Brent und die leichte US-Sorte WTI verteuerten sich um jeweils ein knappes Prozent auf 84,66 Dollar beziehungsweise 80,16 Dollar pro Barrel (159 Liter). „Aber das Wetter in den USA soll sich in dieser Woche verbessern, was bedeutet, dass die Rally nicht allzu lange anhalten wird“, prognostizierte Kazuhiko Saito, Chefanalyst beim Broker Fujitomi Securities.

LUXUS- UND CHINA-WERTE GEFRAGT – SOUTHWEST AIRLINES FÄLLT

Die Aussicht auf einen wieder anziehenden Shoppingtourismus aus China trieb Aktien der europäischen Luxus-Konzerne an. Die Titel der Louis-Vuitton-Mutter LVMH, des italienischen Herstellers von Luxus-Jacken Moncler, von Hermes und Kering stiegen jeweils um rund zwei Prozent. 

Im vorbörslichen Handel jenseits des Atlantiks stiegen US-notierte Aktien chinesischer Unternehmen. Die Futures auf JD.Com, Alibaba und Pinduoduo kletterten um bis zu drei Prozent. Gleichzeitig setzten wetterbedingte Flugausfälle und Verspätungen am Weihnachtswochenende Southwest Airlines zu. Die Aktien der US-Fluggesellschaft gaben im vorbörslichen US-Handel mehr als drei Prozent nach. Von den mehr als 3800 am Montag gestrichenen Flügen von US-Fluggesellschaften gingen 2800 auf das Konto von Southwest. Damit waren fast 70 Prozent aller für diesen Tag geplanten Flüge der Fluggesellschaft betroffen. Das US-Verkehrsministerium kündigte am Montagabend an, es werde die große Zahl der von Southwest Airlines gestrichenen und verspäteten Flüge untersuchen und nannte sie „inakzeptabel“.

China- und Konjunkturoptimismus treiben Europas Börsen an

Quelle: Reuters

Symbolfoto: Bild von F. Muhammad auf Pixabay

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