Briten geben während der Hitzewelle mehr Geld aus

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London, 09. Aug (Reuters) – Die britischen Verbraucher haben während der historischen Hitzewelle im Juli mehr Geld für Sommerkleidung, Lebensmittel für Picknicks und Klimaanlagen ausgegeben. Dem Einzelhandelsverband British Retail Consortium (BRC) zufolge wuchs der gesamte Umsatz seiner Mitglieder – hauptsächlich große Ketten und Supermärkte – um 2,3 Prozent zum Vorjahresmonat. In den drei Vormonaten waren die Einnahmen noch jeweils gesunken, wie der Verband am Dienstag mitteilte. Allerdings gehe der Anstieg auf Preiserhöhungen zurück, während das Absatzvolumen gesunken sei. Im Juli waren erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Großbritannien Temperaturen von mehr als 40 Grad gemessen worden.

„Das Verbrauchervertrauen ist nach wie vor schwach“, sagte BRC-Geschäftsführerin Helen Dickins. „Der Anstieg der Zinssätze in Verbindung mit dem Gerede über eine Rezession wird wenig zur Verbesserung der Situation beitragen.“ Die beiden verbleibenden Anwärter auf das Amt des nächsten britischen Premierministers – Außenministerin Liz Truss und Ex-Finanzminister Rishi Sunak – versprechen Entlastungen für die inflationsgeplagten Haushalte – entweder durch Steuersenkungen oder direkte Unterstützung bei der Begleichung der Stromrechnungen. Die Bank of England warnte vergangene Woche, dass die britische Wirtschaft Ende dieses Jahres in eine Rezession fallen und erst Anfang 2024 wieder aus dieser herauskommen wird.

Daten des Zahlungsdienstleisters Barclaycard stehen im Gegensatz zur vorherrschenden düsteren Stimmung in der Wirtschaft. Die Verbraucher gaben demnach im Juli 7,7 Prozent mehr aus als ein Jahr zuvor. Das wird vor allem auf die Verkäufe von Kleidung, Schönheitsprodukten und Urlaubsreisen zurückgeführt. Zugleich sprangen die Zahlungen an Energieversorger um 44 Prozent nach oben, die für Kraftstoffe um 30 Prozent.

Um den Inflationsschub zu kompensieren, begannen viele Verbraucher, ihre Ausgaben zu reduzieren – etwa für Auslandsreisen. Eine von Barclaycard durchgeführte Umfrage ergab, dass die Verbraucher ihre insgesamt nicht mehr ganz so schlecht bewerteten wie noch im Juni. „Dies zeigt, dass viele angesichts der schwierigen Umstände Wege finden, ihr Budget und ihre Finanzen erfolgreich zu verwalten, um dem anhaltenden Inflationsdruck zu begegnen“, sagte Barclaycard-Experte Jose Carvalho.

Briten geben während der Hitzewelle mehr Geld aus

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Titelfoto: Symbolfoto

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