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Montag, November 28, 2022

Anleger vor Fed-Protokollen auf der Hut – BoE im Blick

Expertenmeinungen

Frankfurt, 12. Okt – In Erwartung weiterer geldpolitischer Signale aus den USA haben sich die Anleger am europäischen Aktienmarkt am Mittwoch bedeckt gehalten. Dax und EuroStoxx50 standen gegen Mittag 0,3 Prozent höher bei 12.251 und 3353 Punkten. Die mit steigenden Zinsen verbundenen Konjunktursorgen halten die Börsen seit geraumer Zeit in ihrem Bann. Investoren erhoffen sich von den Protokollen der jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank Fed am Abend Einblicke in die internen Diskussionen zum Zinsausblick.

„Sollten zum Beispiel aus den Sitzungsprotokollen moderatere Töne hinsichtlich der zukünftigen geldpolitischen Straffungsmaßnahmen, sprich Zinserhöhungen, zu vernehmen sein oder sich die Preisspirale in den USA deutlich langsamer nach oben drehen als noch in den Vormonaten, könnte die Kauflaune schnell wieder an den Aktienmarkt zurückkehren“, sagte Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege beim Handelshaus RoboMarkets. „Bis dahin geht es im Dax vor allem um eins: Halten, was geht.“

An den Rohstoffmärkten stützten Spekulationen auf ein verknapptes Angebot die Ölpreise. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 94,85 Dollar je Fass. An der Ölpipeline Druschba, die russisches Öl in weite Teile Mitteleuropas – darunter Deutschland – liefert, ist dem polnischen Betreiber zufolge ein Leck aufgetreten.

BRITISCHE BOND-RENDITEN STEIGEN

Für Gesprächsstoff sorgten weiterhin die Turbulenzen am britischen Anleihemarkt, auf die die Bank of England mit Stützungskäufen reagiert hatte. Entgegen anderslautender Medienberichte werden diese Notmaßnahmen aber wie geplant zum Ende der Woche auslaufen und nicht verlängert, betonte die Notenbank.

Daraufhin zogen die Renditen der britischen Gilts wieder an, am deutlichsten die der zweijährigen Papiere mit einem Anstieg um zehn Basispunkte. Das britische Pfund schwankte hin und her, zog letztendlich aber um 0,7 Prozent auf 1,1037 Dollar an. Anleger sind nervös, dass das Ende der Anleihekäufe für einige Pensionsfonds zu früh kommen könnte. „Die Anleihenmärkte haben bereits unglaublich viel an Wert verloren, da die Zentralbanken die finanziellen Bedingungen verschärfen, um die Inflation zu bekämpfen“, sagte Faisal Manji, Leiter des Bereiches Research beim Vermögensverwalter RBC Wealth Management. 

CREDIT SUISSE UNTER DRUCK – CROPENERGIES PUNKTEN

Die Aussicht auf schrumpfende Ergebnisse im Quartal brockte Philips einen Kurssturz von mehr als elf Prozent ein. Angesichts einer milliardenschweren Abschreibung werde es schwer für den niederländischen Medizintechnik-Konzern seine Ziele für 2025 zu erreichen, sagten die Experten von ING. Unter Druck standen auch die Titel von Credit Suisse, die um bis zu fünf Prozent auf ein Sechs-Tages-Tief von 4,17 Franken fielen. Einem Medienbericht zufolge gerät die Bank erneut ins Visier der US-Steuerfahnder wegen möglicher Hilfen für US-Kunden, Vermögenswerte vor den Behörden zu verbergen.

Eine Vervielfachung des Gewinns im Quartal schob die Titel des Biosprit-Herstellers Cropenergies um mehr als zwölf Prozent an. Die Geschäftszahlen seien „exzellent“, sagt Analyst Hartmut Moest von Matelan Research. Zum Halbjahr habe die Firma ihre Jahresziele bereits zu 75 Prozent erreicht. Anders sah es beim Stahlhändler Klöckner & Co aus, der seine Prognose wegen schwacher Nachfrage und sinkender Stahlpreise herunterschraubte. Die Papiere sackten um mehr als neun Prozent ab.

In Paris stiegen LVMH um 2,7 Prozent, nachdem der französische Luxusgüterriese die Erwartungen für die Verkäufe im dritten Quartal übertroffen hatte. Papiere der Mitbewerber Hermes, L’Oreal und Christian Dior legten im Windschatten ebenfalls bis zu 2,7 Prozent zu.

Anleger vor Fed-Protokollen auf der Hut – BoE im Blick

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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