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Samstag, Dezember 10, 2022

Anleger in Europa starten vorsichtig in die Woche

Expertenmeinungen

Frankfurt, 25. Jul (Reuters) – Zwei Tage vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank bringen sich die Anleger in Europa in Stellung. Nach einem schwachen Auftakt ziehen Dax und EuroStoxx50 am Montag um einen halben Prozentpunkt auf 13.321 und 3615 Punkte an. Die US-Futures deuteten ebenfalls auf einen festeren Handelsstart hin. „Mit den immer stärker werdenden Rezessionsängsten baut sich unter den Anlegern ein wenig die Hoffnung auf, dass die Fed das Tempo ihrer Zinswende deutlich reduzieren könnte“, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. 

Investoren seien zuletzt wieder von ihrer Erwartung einer Anhebung des US-Schlüsselzinssatzes um einen ganzen Prozentpunkt abgerückt und rechneten nun mit einer Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte. Sollte die Fed für die Zeit danach ein langsameres Zinserhöhungstempo signalisieren, könne mit einer Erleichterungsrally vor allem bei Technologiewerten gerechnet werden, prognostizierte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Diese seien derzeit sehr günstig. 

IFO-RÜCKGANG PERLT AN ANLEGERN AB

Nicht aus dem Tritt brachte Anleger der erneute Rückgang des Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt. „Dass es nicht noch drastischer ausfiel, ist der noch relativ guten Situation im Dienstleistungssektor zu verdanken“, sagt Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. Es müsse auch wenig verwundern, dass die Firmen ihren weiteren Geschäftsverlauf deutlich skeptischer als noch im Vormonat einschätzten. „Auch wenn gegenwärtig Gas aus Russland in begrenztem Umfang fließt, hängt das Damoklesschwert ‚kompletter Gasstopp‘ über dem Konjunkturausblick.“ 

Unterdessen verteuerte die Furcht vor Verzögerungen bei der raschen Wiederaufnahme ukrainischer Getreideexporte Weizen. Der europäische Future stieg um bis zu 2,7 Prozent auf 321 Euro je Tonne. Sein US-Pendant gewann bis zu 4,5 Prozent auf 7,93 Dollar je Scheffel. Auslöser der Rally war der russische Angriff auf die Hafenanlagen im ukrainischen Odessa. Dies führe das Getreideabkommen der beiden Staaten ad absurdum, sagte Analyst Tobin Gorey von der Commonwealth Bank. Mit der Vereinbarung sollte die weltweite Nahrungsmittelkrise abgemildert werden.

VW NACH FÜHRUNGSWECHSEL UNTER DRUCK

Bei den Unternehmen stand Volkswagen im Rampenlicht, nachdem der Autobauer am Freitag einen Wechsel der Führung angekündigt hatte. Der umstrittene Konzernchef Herbert Diess wird durch den Leiter der Sportwagen-Tochter Porsche, Oliver Blume, ersetzt. Letzterer werde künftig beide Unternehmen führen. Börsianer kritisierten das Timing der Personalie kurz vor dem geplanten Börsengang der Porsche AG sowie Blumes Ämterhäufung. „In Anbetracht der anhaltenden Führungsprobleme und der niedrigen Bewertung sehen wir darin jedoch eine Chance“, gab Analyst Daniel Schwarz vom Brokerhaus Stifel, Nicolaus & Co zu bedenken. „Kommt der Börsengang von Porsche zustande, hat Blume als unangefochtener CEO einen Startvorteil.“ Die Aktien von VW und des Großaktionärs Porsche fielen dennoch in der Spitze um jeweils rund vier Prozent. 

Nach unten ging es auch für Philips. Die Titel rutschten in Amsterdam rund zehn Prozent ab, nachdem die Medizintechnik-Firma ein enttäuschendes Quartalsergebnis bekanntgegeben und ihre Ziele zusammengestrichen hatte. Die Senkung der Umsatzprognosen komme nicht überraschend, schrieben die Analysten der Investmentbank Jefferies. Die Aussichten für die operative Gewinnmarge seien dagegen deutlicher zurückgenommen worden als erwartet.

Anleger in Europa starten vorsichtig in die Woche

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

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