Freitag, Februar 23, 2024
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Airbus und Qatar Airways legen Streit um Lackschäden bei

Paris/München, 01. Feb – Der milliardenschwere Streit zwischen Airbus und dem Großkunden Qatar Airways um angebliche Lackschäden an A350-Langstreckenflugzeugen ist beigelegt. Der europäische Flugzeugbauer sprach am Mittwoch in Toulouse von einem „freundschaftlichen und für beide Seiten akzeptablen Vergleich“ mit der katarischen Fluglinie. Ein Schuldeingeständnis sei damit nicht verbunden. Qatar Airways hatte Airbus auf mindestens 1,4 Milliarden Euro verklagt, nachdem die Luftfahrtaufsicht in Katar 29 A350-Flugzeuge wegen der Schäden an der Außenhaut stillgelegt hatte. Qatar Airways war 2015 der erste Kunde für den Airbus A350.

Die Lackschäden hatten Lücken in der darunter liegenden Blitzschutz-Schicht offenbart. Airbus hatte zwar äußerliche Qualitätsmängel am Lack eingeräumt, aber ein Sicherheitsrisiko stets bestritten. Der französisch-deutsche Flugzeugbauer hatte im Gegenzug alle offenen Bestellungen von Qatar Airways annulliert. Nun soll die erste von 23 ausstehenden A350 nach Angaben von Airbus Mitte des Jahres ausgeliefert werden. Auf die ersten von insgesamt 50 bestellten A321neo-Kurzstreckenmaschinen müssen die Katarer aber bis 2026 warten, drei Jahre länger als zuletzt versprochen.

„Diese Einigung erlaubt Qatar Airways und Airbus, als Partner voranzugehen und zusammenzuarbeiten“, hieß es in gleichlautenden Mitteilungen der beiden Unternehmen. Über Einzelheiten der Vergleichs sei Stillschweigen vereinbart worden. 30 Langstreckenflugzeuge sollen nun repariert und die gegenseitigen Klagen zurückgezogenwerden. Für Juni war ein Prozess in London bereits terminiert, in Anhörungen vor Gericht hatten sich Vertreter von Airbus und Qatar Airways öffentlich gestritten. „Beide Parteien freuen sich darauf, die Maschinen sicher wieder in die Luft zu bringen“, erklärten die Unternehmen nun.

Angesichts der Brisanz der Auseinandersetzung, die sich seit Herbst 2021 hinzog, hatte sich auch die Politik eingeschaltet. Frankreichs Finanz- und Wirtschaftsminister Bruno Le Maire zeigte sich erfreut. Das seien „großartige Neuigkeiten für die französische Luftfahrtindustrie“, sagte er. Reuters hatte schon am Dienstag über eine Annäherung und eine mögliche rasche Einigung berichtet. Nach Treffen der beiden Kontrahenten mit den zuständigen Aufsichtsbehörden in Doha war Dynamik in die zähen Verhandlungen gekommen.

Airbus und Qatar Airways legen Streit um Lackschäden bei

Quelle: Reuters

Symbolfoto: Bild von Emslichter auf Pixabay

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